
Schränke
Schränke für Schlafzimmer, Bad, Flur und Wohnzimmer, vom Kleiderschrank bis zum Vitrinen- und Badezimmerschrank.
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Bildhinweis: KI-generierte Abbildung zur Veranschaulichung.
Schränke sind die Möbel, bei denen sich Planungsfehler am längsten rächen: Ein Schrank mit falscher Tiefe nimmt Platz weg, ohne den Stauraum zu liefern, für den er gekauft wurde.
Der Bereich versammelt Kleiderschränke, Bad- und Spiegelschränke, Büro- und Aktenschränke, Schuh-, Küchen-, Vitrinen- und Mehrzweckschränke. Bevor du vergleichst, lohnt eine einfache Übung: Schreib auf, was tatsächlich hinein soll. Danach entscheidet sich fast alles – die Tiefe, die Aufteilung und ob Türen oder Schubladen die richtige Lösung sind. Erst danach lohnt der Blick auf Fronten und Dekore.
Bereiche in Schränke
Die Tiefe bestimmt, was hineinpasst
Die Tiefe ist die Zahl, die über die Nutzbarkeit entscheidet – und zugleich die, die einen Raum eng macht.
- Ab 55 cm innen hängt Kleidung quer auf einer Kleiderstange, besser sind 58 bis 60 cm. Darunter streifen Jacken an der Tür oder die Schultern werden eingedrückt.
- 35 bis 40 cm reichen für Einlegeböden, gefaltete Wäsche und Ordner. Kleiderschränke dieser Tiefe arbeiten mit einer längs laufenden Stange, an der die Bügel hintereinander hängen – das funktioniert, verringert aber die Menge deutlich.
- 30 bis 35 cm sind typisch für Bad- und Flurschränke.
- Unter 20 cm bleibt für Kleinteile und Kosmetik.
Bei Schwebetürenschränken kommt ein Abzug hinzu: Die Türen laufen innen und nehmen etwa 8 bis 10 cm Tiefe weg. Ein Schrank mit 65 cm Außentiefe hat innen noch rund 55 bis 57 cm – deshalb sind Schwebetürenschränke außen meist tiefer als Drehtürschränke.
Türen, Schubladen und der Platz davor
Drehtüren geben den kompletten Innenraum auf einmal frei. Der Preis dafür ist Schwenkraum: Eine 50 cm breite Tür braucht 50 cm freien Platz davor. In schmalen Fluren und kleinen Schlafzimmern ist genau das der Konflikt, der beim Aufmaß übersehen wird.
Schiebe- und Schwebetüren brauchen keinen Schwenkraum und sind deshalb die Lösung für enge Räume. Sie öffnen aber immer nur eine Hälfte.
Schubladen sind für Kleinteile und häufig gebrauchte Dinge deutlich praktischer als Fächer, kosten aber Bauhöhe durch Zargen und Schienen. Achte auf Vollauszüge – bei Teilauszügen bleibt das hintere Drittel praktisch ungenutzt.
Einlegeböden sind für gefaltete Wäsche effizienter als Hängefläche. Verstellbare Bodenpositionen sind dabei mehr wert als eine hohe Bodenzahl: Fest verleimte Fächer legen die Aufteilung für die gesamte Lebensdauer fest.
Für die Hängezone gilt als Anhaltspunkt: rund 100 cm für Hemden und Jacken, etwa 90 cm für kurze Oberteile, 150 cm und mehr für lange Kleider und Mäntel. Wer nichts Langes besitzt, gewinnt mit zwei kurzen Hängezonen übereinander erheblich Platz.
Standsicherheit und Wandbefestigung
Schränke sind die Möbelgruppe mit dem höchsten Kipprisiko, weil sie hoch, schmal und beladen sind. Ein Kippschutz gehört an jeden Schrank, der höher als breit ist – und in Haushalten mit Kindern ohne Ausnahme. Eine geöffnete, beladene Tür oder eine ausgezogene Schublade verlagert den Schwerpunkt weit nach vorn.
Der beiliegende Wandwinkel ist dabei meist in Ordnung, das beiliegende Befestigungsmaterial oft nicht: Beton, Vollziegel, Lochziegel, Porenbeton und Gipskarton brauchen jeweils unterschiedliche Dübel. In einer Vorwandkonstruktion aus Gipskarton tragen Standarddübel praktisch nichts – dort braucht es Hohlraumdübel mit ausreichender Traglast oder eine Befestigung im Metallprofil.
Vor jeder Bohrung gehört ein Leitungssucher an die Wand. Und beim Beladen gilt: schwere Dinge nach unten. Das senkt den Schwerpunkt und entlastet die oberen Böden.
Ein oft übersehener Punkt bei hohen Schränken: Der Boden muss eben sein. Auf welligem Dielenboden verziehen sich große Korpusse, und dann schließen die Türen dauerhaft nicht bündig.
Schränke im Feuchtraum
Bad- und Küchenschränke stehen in der härtesten Umgebung, die ein Möbel aus Holzwerkstoff erlebt: dauerhaft hohe Luftfeuchte und regelmäßig Spritzwasser.
Sie halten trotzdem gut, solange zwei Bedingungen erfüllt sind. Erstens müssen alle Kanten sauber umleimt sein – eine offene Schnittkante saugt Wasser und quillt auf, typischerweise zuerst an der Unterkante und rund um Ausschnitte für Siphon oder Leitungen. Wird beim Aufbau gebohrt oder gekürzt, gehört die Schnittkante versiegelt.
Zweitens muss gelüftet werden. Wo die Feuchte nach dem Duschen stundenlang steht, hält kein Möbel dauerhaft – auch das teuerste nicht.
Bei geschlossenen Fronten im Bad ist außerdem zu bedenken, dass feuchte Handtücher in einem dicht schließenden Schrank schnell riechen. Was noch feucht ist, gehört auf den Heizkörper.
Für Bad und Küche sind Glasböden praktischer als Holzwerkstoff: Sie vertragen Feuchtigkeit und lassen sich abwischen.
Häufige Fragen
Wie tief muss ein Kleiderschrank sein?
Mindestens 55 cm innen, besser 58 bis 60 cm, damit Kleiderbügel quer hängen. Bei Schwebetürenschränken gehen 8 bis 10 cm für die Türen ab – die Außentiefe liegt entsprechend höher.
Drehtür oder Schiebetür?
Drehtüren geben den ganzen Innenraum frei, brauchen aber ihre Breite als Schwenkraum davor. Schiebetüren funktionieren in engen Räumen, öffnen aber immer nur eine Hälfte und nehmen innen Tiefe weg.
Wie befestige ich einen Schrank an einer Gipskartonwand?
Mit Hohlraumdübeln ausreichender Traglast oder – besser – im dahinterliegenden Metallprofil. Die beiliegenden Universaldübel sind meist für Massivwand gedacht und tragen in einer Vorwand nicht.
Halten Holzwerkstoffschränke im Bad?
Ja, wenn alle Kanten sauber umleimt sind und regelmäßig gelüftet wird. Kritisch sind offene Schnittkanten und die Unterkante am Boden – dort zieht Wasser ein und die Platte quillt auf.
Passende Bereiche
- Kleiderschränke – die tiefste und größte Schrankart
- Badschränke – schmal, hoch und feuchtraumtauglich
- Kommoden – niedriger Stauraum, wo kein Schrank hinpasst
- Regale – offener Stauraum ohne Fronten
