Mikrowellen
Die Mikrowelle ist zum Erwärmen und Auftauen ein energiesparendes Gerät – sie erhitzt das Lebensmittel direkt statt erst den Garraum. Genau dafür wird sie in den meisten Haushalten auch benutzt.
Der Bereich umfasst Solo-Mikrowellen, Geräte mit zusätzlichem Grill sowie Kombigeräte mit Heißluft, die auch backen können. Freistehende Modelle stehen auf der Arbeitsplatte, Einbaugeräte kommen in einen Hochschrank. Die zwei Angaben, die vor dem Kauf zählen, sind der nutzbare Garraum und die Frage, was das Gerät außer Erwärmen können soll.
Garraum und Drehteller
Die Literangabe des Garraums ist weniger aussagekräftig als der Drehtellerdurchmesser. Entscheidend ist, ob der Teller, den man tatsächlich benutzt, hineinpasst und sich noch drehen kann.
Miss deshalb den größten Teller im Haushalt – üblich sind 26 bis 28 cm – und vergleiche ihn mit dem angegebenen Durchmesser. Ein Gerät mit 25 cm Drehteller nimmt einen 28-cm-Teller nicht auf, egal wie viele Liter der Garraum hat.
Als grobe Orientierung:
- 17 bis 20 Liter: für Einzelportionen und Getränke, kompakt.
- 20 bis 25 Liter: nimmt normale Teller auf.
- Ab 25 Liter: für größere Aufläufe und Kombigeräte mit Heißluft.
Es gibt auch Geräte ohne Drehteller mit flachem Boden. Sie nutzen die Fläche besser aus und sind leichter zu reinigen, verteilen die Energie aber nur dann gleichmäßig, wenn die Technik dafür ausgelegt ist.
Für die Aufstellung: Rechne die Stellfläche plus die Tiefe bei geöffneter Tür, und halte die vom Hersteller geforderten Lüftungsabstände ein.
Was Watt hier bedeutet
Bei Mikrowellen beschreibt die Wattzahl die Mikrowellenleistung, also wie schnell erwärmt wird. Der Unterschied zwischen 700 und 900 Watt ist im Alltag spürbar, aber kein Qualitätsmerkmal – ein Gerät mit 700 Watt braucht schlicht etwas länger.
Wichtiger als die Maximalleistung sind die Leistungsstufen. Auftauen funktioniert nur bei niedriger Leistung; wird mit voller Leistung aufgetaut, gart die Außenseite, während der Kern gefroren bleibt. Mindestens fünf Stufen sind sinnvoll.
Bei Geräten mit Grill kommt eine zweite Wattangabe für das Grillelement hinzu, bei Heißluft eine dritte. Diese Werte sind untereinander nicht vergleichbar – sie beschreiben verschiedene Heizarten.
Zum Stromkreis: Eine Mikrowelle zieht im Betrieb deutlich mehr, als die Mikrowellenleistung angibt – der Anschlusswert liegt entsprechend höher. Läuft gleichzeitig ein Wasserkocher am selben Kreis, kann die Sicherung fallen.
Solo, Grill oder Kombigerät
Die Ausstattungsfrage lässt sich ehrlich beantworten, wenn man von der tatsächlichen Nutzung ausgeht.
Solo-Mikrowelle: erwärmt, taut auf, gart. Das ist es, wofür die Mikrowelle in den meisten Haushalten benutzt wird. Sie ist am günstigsten, am kompaktesten und am einfachsten zu reinigen.
Mit Grill: zusätzlich ein Heizelement oben, das überbacken und bräunen kann – für Aufläufe und überbackene Toasts. Sinnvoll, wenn kein Backofen vorhanden ist.
Kombigerät mit Heißluft: ersetzt in kleinen Küchen und Ferienwohnungen einen Backofen. Es ist teurer, größer und braucht mehr Pflege – wer einen Backofen hat, gewinnt dadurch wenig.
Die praktische Empfehlung: Wer einen Backofen besitzt, fährt mit einer Solo-Mikrowelle am besten. Wer keinen hat, sollte gleich zum Kombigerät greifen, statt zwei Geräte nebeneinanderzustellen.
Geschirr, Sicherheit und Reinigung
In die Mikrowelle gehört nur, was ausdrücklich dafür geeignet ist. Metall und metallhaltige Dekore – auch Goldrand am Teller – verursachen Funkenbildung und können das Gerät beschädigen. Alufolie gehört nicht hinein.
Geeignet sind Glas, Porzellan ohne Metalldekor, Keramik und ausdrücklich als mikrowellengeeignet gekennzeichneter Kunststoff. Bei Kunststoffdosen lohnt der Blick auf das Symbol – nicht jede Vorratsdose verträgt die Erwärmung.
Zwei Sicherheitspunkte:
- Geschlossene Behälter und Schalen können durch Druck platzen. Deckel lockern, Eigelb und Würstchen anstechen.
- Siedeverzug: Wasser kann über den Siedepunkt erhitzt werden, ohne zu kochen, und beim Herausnehmen schlagartig überkochen. Ein Löffel oder Holzstäbchen im Gefäß verhindert das.
Zur Reinigung: Eine Schale Wasser mit etwas Zitronensaft zwei Minuten erhitzen – der Dampf löst Anhaftungen, danach genügt Auswischen. Und der Garraum sollte zügig gereinigt werden: Eingebrannte Spritzer absorbieren Energie und erhitzen sich bei jedem weiteren Betrieb erneut.
Häufige Fragen
Welche Größe brauche ich?
Entscheidend ist der Drehtellerdurchmesser, nicht die Literzahl. Miss deinen größten Teller – üblich sind 26 bis 28 cm – und vergleiche. 20 bis 25 Liter decken den normalen Bedarf ab.
Reichen 700 Watt?
Ja, es dauert nur etwas länger als bei 900 Watt. Wichtiger als die Maximalleistung sind die Leistungsstufen: Zum Auftauen braucht es niedrige Stufen, sonst gart die Außenseite, während der Kern gefroren bleibt.
Lohnt sich ein Kombigerät mit Heißluft?
Nur, wenn kein Backofen vorhanden ist – dann ersetzt es ihn in kleinen Küchen und Ferienwohnungen. Wer einen Backofen hat, fährt mit einer einfachen Solo-Mikrowelle besser.
Welches Geschirr darf hinein?
Glas, Porzellan ohne Metalldekor, Keramik und ausdrücklich als mikrowellengeeignet gekennzeichneter Kunststoff. Metall und Goldrand verursachen Funkenbildung. Geschlossene Behälter vorher öffnen, sonst platzen sie durch Druck.
Passende Bereiche
- Alle Küchengeräte – Wasserkocher, Toaster und Kleingeräte
- Essensaufbewahrung – auf das Mikrowellen-Symbol achten
- Haushaltsgroßgeräte – Backofen und Herd als Alternative
