Kleiderschränke
Schränke
Der Kleiderschrank ist meist das größte Möbelstück im Schlafzimmer und das, bei dem Fehlmaße am teuersten sind. Im Sortiment finden sich schmale Zweitürer ab 80 cm, klassische Dreh- und Schwebetürenschränke sowie breite Schranksysteme bis rund 300 cm.
Die Höhen liegen meist zwischen 176 und 210 cm, in Einzelfällen bis 240 cm, die Tiefen zwischen 35 und 65 cm. Der Median liegt bei rund 420 Euro. Bevor du vergleichst, brauchst du drei Maße: die verfügbare Wandbreite, die Raumhöhe inklusive Schräge oder Stuck – und den Platz vor dem Schrank für aufschwingende Türen.
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Drehtüren oder Schiebetüren
Das ist die Entscheidung mit den größten praktischen Folgen.
Drehtüren geben den kompletten Innenraum auf einmal frei. Man sieht alles und kommt überall hin. Der Preis dafür ist der Schwenkraum: Eine 50 cm breite Tür braucht 50 cm freien Raum davor. Steht das Bett zu nah, öffnet der Schrank nicht mehr richtig – ein häufiger Fehler in kleinen Schlafzimmern.
Schiebe- oder Schwebetüren brauchen keinen Schwenkraum und sind deshalb die Lösung für enge Räume. Nachteil: Es ist immer nur eine Hälfte offen, und die Türen selbst nehmen im Inneren Tiefe weg – rechne etwa 8 bis 10 cm Verlust gegenüber der Außentiefe.
Soft-Close lohnt sich hier besonders. Große Türen haben viel Masse, und zugeschlagene Schranktüren belasten Beschläge und Korpus über die Jahre spürbar.
Tiefe: die Zahl, die über Kleiderbügel entscheidet
Damit Kleidung quer auf einer Kleiderstange hängen kann, braucht ein Schrank mindestens 55 cm Innentiefe, besser 58 bis 60 cm. Bei weniger streifen Jacken und Hemden an der Tür oder die Schultern werden eingedrückt.
Schränke mit 35 bis 40 cm Tiefe – im Sortiment durchaus vertreten – arbeiten deshalb mit einer längs laufenden Kleiderstange, an der die Bügel hintereinander statt nebeneinander hängen. Das funktioniert, verringert aber die nutzbare Menge deutlich und man muss durchblättern statt zu überblicken.
Bei Schwebetürenschränken kommt der Türverlust hinzu: Ein Schrank mit 65 cm Außentiefe hat innen noch etwa 55 bis 57 cm. Genau deshalb sind Schwebetürenschränke außen meist tiefer als Drehtürschränke.
Rechne beim Aufmaß auch Sockelleisten ein. Ein Schrank, der bündig an der Wand stehen soll, steht sonst vorn ab.
Innenaufteilung praktisch planen
Die Innenausstattung entscheidet, ob der Schrank tatsächlich fasst, was hinein soll. Übliche Elemente sind Kleiderstangen, Einlegeböden – im Sortiment bis zu acht Stück – sowie Schubladen und Fächer.
Ein grober Ansatz für die Planung: Hemden, Blusen und Jacken brauchen etwa 100 cm Hängehöhe, kurze Oberteile rund 90 cm, lange Kleider und Mäntel 150 cm oder mehr. Wer keine langen Kleidungsstücke besitzt, gewinnt mit zwei kurzen Hängezonen übereinander erheblich Platz.
Einlegeböden sind für gefaltete Wäsche effizienter als Hängefläche. Achte auf verstellbare Bodenpositionen – fest verleimte Fächer legen die Aufteilung für die gesamte Lebensdauer fest.
Schubladen sind für Kleinteile deutlich praktischer als Fächer, kosten aber Bauhöhe. Prüfe, ob sie sich vollständig herausziehen lassen.
Ein Aufsatzschrank nutzt die Höhe bis zur Decke für Dinge, die selten gebraucht werden – Koffer, Bettzeug, Saisonkleidung.
Aufbau, Standsicherheit und Lieferung
Große Kleiderschränke kommen zerlegt, oft in mehreren schweren Paketen. Prüfe vor der Bestellung, ob die Pakete durch Treppenhaus und Tür passen und wie geliefert wird – bis zur Bordsteinkante oder in die Wohnung macht bei 80 kg pro Paket einen erheblichen Unterschied.
Für den Aufbau eines breiten Schranks solltest du zwei Personen und mehrere Stunden einplanen. Der Korpus muss rechtwinklig und waagerecht stehen, bevor Türen und Beschläge justiert werden. Ein schief aufgebauter Schrank lässt sich über die Scharniere nur begrenzt korrigieren, und die Türen schließen dauerhaft nicht bündig.
Ein Kippschutz gehört an jeden Kleiderschrank. Bei Schränken über 200 cm Höhe und in Haushalten mit Kindern ist er unverzichtbar – eine geöffnete, beladene Tür verlagert den Schwerpunkt weit nach vorn.
Achte darauf, dass der Boden eben ist. Auf welligem Altbau-Dielenboden verziehen sich große Korpusse; verstellbare Füße oder Unterlegscheiben lösen das.
Häufige Fragen
Wie tief muss ein Kleiderschrank sein?
Mindestens 55 cm innen, besser 58 bis 60 cm, damit Kleiderbügel quer hängen können. Bei Schwebetürenschränken gehen 8 bis 10 cm für die Türen ab – die Außentiefe liegt deshalb entsprechend höher.
Drehtür oder Schiebetür – was ist besser?
Drehtüren geben den ganzen Innenraum frei, brauchen aber Schwenkraum davor. Schiebetüren funktionieren in engen Räumen, öffnen aber immer nur eine Hälfte und nehmen innen Tiefe weg.
Wie viel Hängehöhe brauche ich?
Etwa 100 cm für Hemden und Jacken, rund 90 cm für kurze Oberteile, 150 cm oder mehr für lange Kleider und Mäntel. Wer nichts Langes besitzt, gewinnt mit zwei kurzen Hängezonen übereinander viel Platz.
Braucht ein Kleiderschrank einen Kippschutz?
Ja. Eine geöffnete, beladene Tür verlagert den Schwerpunkt weit nach vorn. Bei Schränken über 200 cm und in Haushalten mit Kindern ist die Wandbefestigung nicht verhandelbar.
Passende Bereiche
- Alle Schränke – Bad-, Büro- und Mehrzweckschränke
- Kommoden – für gefaltete Wäsche oft effizienter als Hängefläche
- Schuhschränke – separater Stauraum für den Flur
