SFP- und QSFP-Transceiver
SFP-, SFP+ und QSFP-Module, die Switch, Router oder Netzwerkkarte um Glasfaser- oder Kupferanschlüsse erweitern.
Ein Transceiver ist ein kleines Steckmodul, das in einen freien Einschub am Switch, Router oder einer Netzwerkkarte gesteckt wird. Es wandelt die elektrischen Signale des Geräts in Licht für Glasfaser oder wieder in Kupfersignale für RJ-45. So lässt sich derselbe Switch je nach Bedarf mit unterschiedlichen Anschlüssen betreiben.
Die Bezeichnungen SFP, SFP+ und QSFP stehen für Bauform und Datenrate, die weiteren Angaben für Faser, Wellenlänge und Entfernung.
-
-
-
-
-
Brocade 10G-SFPP-SRAbmessungen (Breite xStarTech.com 10G – SFPP – SR – ST Transceiver Modul (SFP+ Module, 10GBase – SR Brocade kompatibel, Glasfaser, 850nm, LC Multimode mit DDM)
Details ansehen -
-
-
-
-
-
-
-
-
-
-
Bauform und Datenrate
Die Bauform muss zum Einschub passen, und die Datenrate zum Einschub und zur Gegenseite.
- SFP überträgt 100 Megabit bis 1 Gigabit. Typische Bezeichnungen sind 1000Base-SX und 1000Base-LX.
- SFP+ hat dieselbe Größe, überträgt aber 10 Gigabit (10GBase-SR, 10GBase-LR). Ein SFP+-Einschub akzeptiert meist auch SFP-Module mit niedrigerer Rate.
- QSFP ist größer und bündelt mehrere Kanäle für 40 Gigabit und mehr.
Umgekehrt funktioniert es nicht: Ein SFP-Einschub nimmt kein SFP+-Modul auf, das auf 10 Gigabit ausgelegt ist.
Die Datenrate steht in den Angaben meist als „1,25 Gbps“ für Gigabit-Ethernet auf SFP-Basis, weil das Modul mit Kodierungsaufschlag arbeitet. Für den Anwender bleibt es ein 1-Gigabit-Modul. Für kurze Wege im selben Schrank ist ein Direktanschlusskabel oft die günstigere Lösung, für alles darüber hinaus ein Modul mit Glasfaser.
Faser, Wellenlänge und Reichweite
Bei Glasfasermodulen entscheidet die Faserart über die Entfernung, und beide Enden der Strecke müssen zusammenpassen.
- Multimode mit 850 Nanometern deckt kurze Distanzen bis einige hundert Meter ab. Das ist die übliche Wahl im Gebäude oder Rechenzentrum.
- Singlemode mit 1310 oder 1550 Nanometern schafft 10, 20 oder bis zu 80 Kilometer und wird für lange Strecken zwischen Standorten genutzt.
- BiDi-Module senden und empfangen über eine einzige Faser mit unterschiedlichen Wellenlängen, etwa 1310 und 1550 Nanometer. Sie kommen immer paarweise und gegengleich zum Einsatz.
Multimode-Module an Singlemode-Fasern zu betreiben, ist ein klassischer Fehler und führt zu instabilen oder gar keinen Verbindungen. Die Steckerform, meist LC Duplex, muss mit dem Kabel übereinstimmen.
Kompatibilität mit dem Gerät
Manche Hersteller prüfen im Modul einen Herstellercode und verweigern fremde Module oder melden Warnungen. Deshalb tragen Fremdmodule oft den Zusatz „kompatibel zu“ mit Nennung des Geräts. Ob ein Modul im eigenen Switch läuft, lässt sich am sichersten mit der Kompatibilitätsliste des Geräteherstellers oder dem Datenblatt klären.
Zusätzlich lohnt der Blick auf Ausstattungsmerkmale wie DDM (Diagnose von Temperatur und Signalpegel). Sie erleichtern die Fehlersuche bei langen Strecken.
Kupfer-SFP mit RJ-45-Anschluss ermöglichen Twisted-Pair-Verbindungen im SFP-Einschub. Sie werden im Betrieb deutlich wärmer als optische Module, weshalb man sie nicht dicht an dicht in einen Switch stecken sollte.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen SFP und SFP+?
Beide haben dieselbe Bauform. SFP überträgt bis 1 Gigabit, SFP+ 10 Gigabit. Ein SFP+-Einschub nimmt in der Regel beide Modultypen auf, ein reiner SFP-Einschub nur SFP.
Multimode oder Singlemode?
Multimode für Strecken im Gebäude bis einige hundert Meter, Singlemode für lange Distanzen. Die Faser im Kabel muss zum Modul passen.
Laufen fremde Module im Switch?
Häufig ja, wenn sie als kompatibel ausgewiesen sind. Manche Geräte sperren jedoch Fremdmodule. Im Zweifel hilft die Kompatibilitätsliste des Geräteherstellers.
Reicht ein Modul für die Verbindung?
Nein, an beiden Enden der Strecke sitzt je ein Modul, und beide müssen denselben Standard und die passende Wellenlänge haben.
Passende Bereiche
- LWL- und Glasfaserkabel – Patchkabel für die Module
- DAC- und Twinax-Direktanschlusskabel – die Kupferalternative für kurze Wege
- Medienkonverter – wenn kein SFP-Einschub vorhanden ist
- Router, Gateways und Firewalls – Geräte mit SFP-Einschüben
- Kupfer-Patchkabel – für RJ-45-Module
- Netzwerk & Kabel – alle Netzwerkbereiche im Überblick
