LWL- und Glasfaserkabel
Glasfaser-Patchkabel verbinden Switches, Server, Medienkonverter und Patchfelder über Licht statt über Kupfer. Sie überbrücken größere Distanzen, sind unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen und werden vor allem in Serverräumen, Etagenverteilern und zwischen Gebäuden eingesetzt.
Zum Bereich gehören konfektionierte Duplex-Kabel in unterschiedlichen Längen. Bevor du bestellst, musst du drei Dinge wissen: den Fasertyp deiner Transceiver, die Steckerform an beiden Enden und die benötigte Länge entlang der tatsächlichen Kabelführung.
Multimode oder Singlemode
Der Fasertyp muss zu den Transceivern passen, die an beiden Enden stecken. Mischen funktioniert nicht.
- Multimode (50/125 µm oder älter 62,5/125 µm) hat einen dickeren Kern und wird für kürzere Strecken innerhalb von Gebäuden genutzt. Die Klassen OM1 bis OM5 stehen für steigende Leistungsfähigkeit.
- Singlemode (9/125 µm, OS1 oder OS2) hat einen sehr dünnen Kern und ist für lange Strecken gedacht.
Die Zahlen im Produkttitel – etwa 50/125µm OM4 oder 9/125µm OS2 – sind die schnellste Orientierung. Den Fasertyp deiner Gegenstelle findest du im Datenblatt des verbauten SFP-Moduls.
Die Mantelfarbe als Erkennungszeichen
Die Farbe des Kabelmantels folgt einer verbreiteten Konvention und hilft beim Sortieren im Schrank. Üblich sind diese Kombinationen:
| Farbe | Fasertyp |
|---|---|
| Orange | Multimode OM1/OM2 |
| Türkis / Aqua | Multimode OM3 |
| Violett / Erikaviolett | Multimode OM4 |
| Grün | Multimode OM5 |
| Gelb | Singlemode OS1/OS2 |
Verlasse dich trotzdem auf die Kennung im Titel oder auf dem Mantel: Es gibt Abweichungen.
Stecker und Schliff
Am häufigsten sind LC-Stecker, kompakt und bei SFP-Modulen Standard. Daneben gibt es SC mit größerem, quadratischem Gehäuse und den runden Bajonettstecker ST, der vor allem an älteren Installationen sitzt. Kabel mit unterschiedlichen Enden wie LC/SC oder LC/ST verbinden neue Geräte mit vorhandenen Patchfeldern.
Beim Schliff unterscheiden die Titel zwischen UPC und APC. APC-Stecker sind schräg geschliffen und meist grün markiert. UPC und APC dürfen nicht miteinander gesteckt werden, weil die Stirnflächen dann nicht plan aufeinander liegen.
Duplex heißt: zwei Fasern, eine zum Senden, eine zum Empfangen. Die meisten Verbindungen zwischen zwei Switches brauchen genau das. Simplex-Kabel mit einer Faser sind für Sonderfälle wie bidirektionale Transceiver gedacht.
Ausführungen für den Schrankalltag
- LSOH/LSZH-Mantel – halogenfrei, raucharm; in vielen Gebäuden für Innenverlegung gefordert.
- Uniboot – beide Fasern laufen in einem gemeinsamen Mantel bis zum Stecker; spart Platz in dicht bestückten Feldern.
- Slim-Kabel – geringerer Außendurchmesser.
- Push-Pull-Lasche – erleichtert das Ziehen einzelner Stecker in engen Reihen.
- Stahlarmiert – mechanisch geschützt, wenn Kabel offen liegen.
- Low-Loss-Stecker – geringere Einfügedämpfung, sinnvoll bei vielen Steckverbindungen hintereinander.
Häufige Fragen
Kann ich ein OM3-Kabel an einen OM4-Port stecken?
Beide sind Multimode mit 50/125 µm und lassen sich mechanisch verbinden. Die erreichbare Strecke richtet sich dann nach dem schwächeren Glied. Singlemode und Multimode dürfen dagegen nicht gemischt werden.
Welche Länge soll ich wählen?
Miss die Strecke entlang der Kabelführung, nicht in Luftlinie, und plane etwas Reserve ein. Allzu viel Überlänge solltest du vermeiden: Aufgerollte Reste brauchen Platz, und Glasfaser verträgt keine engen Biegeradien.
Brauche ich für Glasfaser spezielle Netzwerkgeräte?
Ja. Das Kabel endet in einem optischen Transceiver, etwa einem SFP-Modul im Switch, oder in einem Medienkonverter, der auf Kupfer umsetzt. Ohne diese Gegenstelle lässt sich ein LWL-Kabel nicht an einen normalen RJ45-Port anschließen.
Passende Bereiche
- SFP- und QSFP-Transceiver die optische Gegenstelle im Switch
- Medienkonverter von Glasfaser auf Kupfer umsetzen
- Patchpanels geordneter Abschluss im Schrank
- DAC- und Twinax-Direktanschlusskabel Alternative für sehr kurze Strecken
- Kupfer-Patchkabel für die RJ45-Seite
