Schreibtische
Ein Schreibtisch, an dem täglich mehrere Stunden gearbeitet wird, hat andere Anforderungen als eine Ablage für gelegentliche Papierarbeit. Entscheidend sind drei Dinge: die Arbeitshöhe, die nutzbare Fläche und die Beinfreiheit.
Der Bereich umfasst feste Schreibtische, höhenverstellbare Modelle, Eck- und Winkelkombinationen sowie kompakte Sekretäre. Die Standardhöhe liegt bei 75 bis 76 cm. Die häufigste Fehlentscheidung ist eine zu geringe Tiefe – am Bildschirm rächt sie sich täglich.
Arbeitshöhe und Körpergröße
Die verbreitete Standardhöhe von 75 cm passt für Menschen um etwa 1,75 m Körpergröße. Wer deutlich größer oder kleiner ist, arbeitet an einem festen Tisch dauerhaft in einer ungünstigen Haltung.
Die Prüfung ist einfach: Sitzt du aufrecht mit flach aufgestellten Füßen, sollten die Oberarme locker herunterhängen und die Unterarme waagerecht auf der Tischplatte aufliegen. Zieht die Schulter hoch, ist der Tisch zu hoch; sackt sie ab, zu niedrig.
Bei einem festen Tisch lässt sich die Höhe teilweise über den Stuhl korrigieren – dann braucht es aber eine Fußstütze, damit die Füße nicht in der Luft hängen.
Höhenverstellbare Tische lösen das Problem sauber. Kurbelmodelle sind günstiger, elektrische bequemer – und bei einem elektrischen Tisch wird der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen im Alltag eher genutzt. Für abwechselndes Arbeiten im Stehen sollte der Verstellbereich bis etwa 120 cm reichen.
Fläche und Tiefe
Die Tiefe ist wichtiger, als sie wirkt. Bei einem Monitor sollte der Abstand zu den Augen etwa 50 bis 70 cm betragen – bei großen Bildschirmen eher mehr. Eine Tischtiefe von 60 cm ist deshalb das sinnvolle Minimum, 80 cm sind angenehm. Bei 45 bis 50 cm Tiefe sitzt man zu dicht am Bildschirm und hat vor der Tastatur keine Auflagefläche für die Handballen.
Bei der Breite gilt: 120 cm reichen für Laptop oder einen Monitor mit Unterlagen daneben. Für zwei Monitore oder Monitor plus offene Aktenlage sind 160 cm der praktikable Bereich.
Eck- und Winkeltische nutzen die Zimmerecke und bieten viel Fläche auf kleiner Grundfläche. Prüfe dabei, ob die Ausrichtung – links oder rechts – zum Raum passt und ob sie sich ändern lässt.
Die Beinfreiheit ist der Punkt, der beim Onlinekauf verloren geht: Ein Unterschrank oder Rollcontainer unter der Platte kostet genau den Raum, in dem die Beine sein sollen. Prüfe das lichte Maß zwischen den Beinen oder Wangen.
Platte, Gestell und Belastbarkeit
Holzwerkstoff mit beschichteter Oberfläche – als kratzfest und pflegeleicht ausgewiesene Platten sind für die tägliche Nutzung gut geeignet. Massiv- und Echtholz nimmt Gebrauchsspuren an und lässt sich aufarbeiten. Metallgestelle sind bei höhenverstellbaren Tischen der Standard.
Bei elektrisch verstellbaren Tischen ist die Traglast die relevante Angabe. Zwei Monitore, ein Rechner und Bücher summieren sich schnell; die Hubmotoren sind für ein definiertes Gewicht ausgelegt.
Ein Detail, das im Alltag stört: die Kabelführung. Ein Tisch ohne Kabeldurchlass und ohne Kabelwanne bedeutet, dass alle Leitungen sichtbar über die Kante hängen – bei höhenverstellbaren Tischen kommt hinzu, dass die Kabel den gesamten Hub mitmachen müssen. Ein Kabelkanal oder wenigstens ein Durchlass in der Platte ist deshalb kein Luxus.
Prüfe außerdem, ob der Tisch abschließbare Elemente hat, falls im Homeoffice Unterlagen gesichert werden müssen.
Aufstellung im Raum
Der Platz im Raum entscheidet über die Augenbelastung stärker als die Tischplatte.
Ideal steht der Schreibtisch seitlich zum Fenster. Direkt davor blendet das Tageslicht, mit dem Rücken zum Fenster spiegelt es auf dem Bildschirm. Bei Rechtshändern sollte das Licht von links kommen, damit man nicht im eigenen Handschatten schreibt.
Eine Schreibtischleuchte ist auch tagsüber sinnvoll: Ein hell erleuchteter Bildschirm neben einer dunklen Umgebung strengt die Augen an.
Hinter dem Stuhl sollte mindestens 80 cm frei bleiben, damit er zurückgeschoben werden kann – bei einem Durchgang eher 100 cm.
Zum Aufbau: Die meisten Schreibtische kommen zerlegt. Bei höhenverstellbaren Modellen mit zwei Motoren lohnt es sich, die Anleitung genau zu befolgen – die Steuerung muss nach dem Aufbau meist einmal initialisiert werden, sonst laufen die Beine ungleichmäßig.
Häufige Fragen
Welche Schreibtischhöhe ist richtig?
Die Unterarme sollten bei aufrechter Sitzhaltung und flach aufgestellten Füßen waagerecht aufliegen, ohne dass die Schultern hochziehen. Die Standardhöhe von 75 cm passt etwa bis 1,75 m Körpergröße.
Wie tief muss ein Schreibtisch sein?
Mindestens 60 cm, besser 80 cm. Der Monitor braucht 50 bis 70 cm Abstand zu den Augen, und vor der Tastatur sollte Platz für die Handballen bleiben. 45 bis 50 cm sind für Bildschirmarbeit zu wenig.
Lohnt sich ein höhenverstellbarer Schreibtisch?
Wenn täglich mehrere Stunden daran gearbeitet wird, ja. Elektrische Modelle werden im Alltag tatsächlich zum Wechseln zwischen Sitzen und Stehen genutzt, Kurbelmodelle meist nur einmal eingestellt.
Wo im Raum steht der Schreibtisch am besten?
Seitlich zum Fenster. Davor blendet das Tageslicht, mit dem Rücken zum Fenster spiegelt es auf dem Bildschirm. Bei Rechtshändern sollte das Licht von links kommen.
Passende Bereiche
- Schreibtischstühle – Sitzhöhe und Tischhöhe gehören zusammen
- Tischleuchten – Licht von der Seite der Schreibhand abgewandt
- Regale – Ordner brauchen rund 30 cm Tiefe
