Checkliste
Küchenmontage vorbereiten
Raummaße, Anschlüsse und Montagereihenfolge vorab kontrollieren.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Der Tag, an dem die Küche aufgebaut wird, ist der schlechteste Zeitpunkt, um festzustellen, dass die Wand krumm ist, der Starkstromanschluss 40 cm zu weit links sitzt oder der Kühlschrank nicht durch die Tür passt. Die meisten Montageprobleme entstehen Wochen vorher – durch Dinge, die niemand geprüft hat.
Diese Checkliste geht die Vorbereitung in der Reihenfolge durch, in der sie anfällt: erst der Raum, dann die Technik, dann die Logistik, dann der Aufbautag selbst.
Wand und Boden prüfen
Eine Küchenzeile ist ein gerades Bauteil in einem selten geraden Raum. Was du vorher wissen musst:

- Ist die Wand im Lot? Lange Wasserwaage senkrecht an mehreren Stellen ansetzen. Eine nach oben zurückweichende Wand bedeutet, dass Oberschränke nicht bündig sitzen und die Arbeitsplatte hinten einen Spalt bekommt.
- Sind die Ecken rechtwinklig? Bei L- und U-Küchen entscheidend. Eine Ecke mit 87 Grad statt 90 ergibt über zwei Meter Zeilenlänge eine sichtbare Lücke. Prüfen lässt sich das mit dem Verhältnis 3-4-5: 60 cm an der einen Wand, 80 cm an der anderen – die Verbindungslinie muss 100 cm sein.
- Ist der Boden eben? Lange Wasserwaage oder Richtlatte quer und längs auflegen. Bis etwa 1 cm auf 2 m lässt sich über die Schrankfüße ausgleichen, darüber wird es mühsam.
- Trägt die Wand? Oberschränke und Hängeschränke hängen mit vollem Geschirr an der Wand. In Vollziegel und Beton kein Thema; in Gasbeton, Hohlziegel oder Leichtbau brauchst du Dübel, die dafür freigegeben sind, und in Leichtbauwänden idealerweise eine Traverse im Ständerwerk.
- Welcher Putz ist drauf? Weicher Altputz bricht beim Dübeln weg. Im Zweifel in den tragenden Untergrund dahinter befestigen.
Notier dir die Abweichungen mit Zahlen, nicht mit „ein bisschen schief“. Der Monteur braucht die Werte, und du brauchst sie, wenn eine Ausgleichsleiste oder ein Passstück bestellt werden muss.
Anschlüsse: Positionen aufnehmen und dokumentieren
Zeichne eine einfache Wandansicht und trag jede Position mit zwei Maßen ein: Abstand von der linken Wandecke und Höhe über dem fertigen Boden.
- Abwasseranschluss. Höhe und Position bestimmen, ob der Spülenunterschrank an diese Stelle kann. Der Anschluss darf nicht dort liegen, wo eine Schubladenrückwand oder ein Gerät steht.
- Kalt- und Warmwasser (Eckventile). Müssen nach dem Aufbau noch erreichbar und absperrbar sein.
- Starkstromanschluss für den Elektroherd. Sitzt er falsch, muss ein Elektrofachbetrieb ran – das ist ein Termin, kein Handgriff.
- Steckdosen für Geräte. Kühlschrank, Geschirrspüler, Backofen, Dunstabzug, Kleingeräte auf der Arbeitsplatte. Jedes Gerät braucht eine erreichbare Dose – und Steckdosen hinter einem eingebauten Gerät müssen so liegen, dass der Stecker das Gerät nicht am Einschieben hindert.
- Abluftöffnung für den Dunstabzug, falls Abluftbetrieb geplant ist. Vorhandene Kernbohrung oder Schacht prüfen.
- Gasanschluss, falls vorhanden. Arbeiten daran sind ausschließlich Sache eines zugelassenen Fachbetriebs – ohne Ausnahme und ohne Zwischenlösung.
Wenn Anschlüsse versetzt werden müssen, passiert das vor dem Liefertermin, nicht am selben Tag. Plane dafür mindestens eine Woche Puffer ein, inklusive Trocknungszeit für aufgestemmte und wieder verschlossene Stellen.
Geräte und Maße abgleichen
- Nischenmaße aller Einbaugeräte mit den bestellten Schrankmaßen vergleichen – Höhe, Breite, Tiefe.
- Bei geänderter Arbeitshöhe prüfen, ob die Geräte noch passen. Siehe Arbeitshöhe bestimmen.
- Türanschlag von Kühlschrank und Geschirrspüler: Öffnet die Tür in den Raum oder gegen die nächste Wand?
- Bei Geräten mit Frontblende: Ist die passende Blende mitbestellt?
- Lüftungsanforderungen von Kühl- und Gefriergeräten prüfen. Einbaugeräte brauchen definierte Lüftungsquerschnitte im Sockel- und Deckenbereich – wird das zugebaut, läuft das Gerät dauerhaft am Limit.
Lieferung und Transportweg
Ein Punkt, der regelmäßig übersehen wird und am Liefertag nicht mehr lösbar ist:
- Passt die Arbeitsplatte durch Treppenhaus und Türen? Eine 3 m lange Platte lässt sich in einem engen Treppenhaus mit Wendelung nicht drehen. Wenn das nicht geht, muss sie geteilt bestellt werden.
- Kommt der Kühlschrank durch die schmalste Stelle? Türblatt aushängen bringt oft die entscheidenden Zentimeter.
- Ist eine Abladestelle vorhanden? Bei größeren Lieferungen gegebenenfalls Halteverbot beantragen.
- Wo wird zwischengelagert? Eine komplette Küche braucht überraschend viel Stellfläche. Karton auf der Baustelle stehen zu lassen, ist nur bei trockenem Raum eine Option.
- Lieferung sofort auf Vollständigkeit und Schäden prüfen. Schäden am Liefertag reklamieren, nicht erst beim Aufbau – danach wird die Zuordnung schwierig.
Raum vorbereiten
- Alte Küche vollständig ausräumen und demontieren. Auch die Sockelleisten und die alte Rückwand.
- Alte Anschlüsse fachgerecht verschließen. Offene Wasseranschlüsse bekommen Stopfen, offene Stromkabel gehören in eine Dose und spannungsfrei gesetzt – letzteres nur vom Elektrofachbetrieb.
- Wand reparieren. Dübellöcher und Ausbrüche schließen, siehe Risse und Löcher ausbessern. Alles, was nachher hinter Schränken liegt, muss jetzt gemacht werden.
- Streichen und Fliesen abschließen. Arbeiten mit Trocknungszeit gehören deutlich vor den Montagetermin.
- Boden fertigstellen. Der Belag gehört unter die Küche, zumindest im sichtbaren Bereich – sonst bleibt beim späteren Austausch der Abdruck der alten Zeile stehen.
- Raum leerräumen und Boden schützen. Abdeckvlies oder Karton auf den fertigen Belag.
- Strom und Licht sicherstellen. Eine funktionierende Steckdose und ausreichend Licht sind am Aufbautag keine Kleinigkeit, wenn die Deckenleuchte schon demontiert ist.
Werkzeug bereitlegen
Auch wenn ein Monteur kommt: Wenn du selbst aufbaust, brauchst du das hier griffbereit.
- Akkuschrauber mit geladenem Zweitakku und passendem Bitsatz
- Bohrmaschine beziehungsweise Bohrhammer mit Bohrern für den vorhandenen Baustoff
- Wasserwaage, möglichst 2 m, zusätzlich eine kurze für Schränke
- Zollstock, Bandmaß, Bleistift, Winkel
- Stichsäge mit feinem Blatt für Arbeitsplattenausschnitte, dazu Kreppband gegen Ausrisse
- Lochsäge für Steckdosendurchführungen in Rückwänden
- Wasserpumpenzange, Maulschlüssel, Schraubendreher
- Silikon mit Kartuschenpistole und Glättmittel
- Leitungssuchgerät, Staubsauger, Eimer und Lappen
Am Aufbautag

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat:
- Höhenlinie anzeichnen. Eine durchgehende waagerechte Bezugslinie rund um den Raum, auf der Oberkante der Unterschränke. Alles Weitere wird darauf bezogen – nicht auf den Boden, der nicht eben ist.
- Unterschränke stellen und ausrichten. Von der höchsten Stelle des Bodens aus beginnen, Füße ausgleichen, mit der Wasserwaage in beiden Richtungen prüfen. Erst wenn die ganze Reihe fluchtet, werden die Korpusse miteinander verbunden.
- Korpusse verbinden. Bündig an der Vorderkante, mit den vorgesehenen Verbindern. Die Front ist die sichtbare Ebene, nicht die Rückwand.
- Schränke an der Wand sichern. Auch Unterschränke gehören gegen Kippen befestigt.
- Arbeitsplatte anpassen und auflegen. Zuschnitte für Spüle und Kochfeld exakt nach Schablone, Schnittkanten versiegeln – gerade bei Holzwerkstoffplatten ist das die kritische Stelle gegen Feuchtigkeit.
- Spüle und Kochfeld einsetzen, anschließen. Wasser- und Abwasseranschluss prüfen, Dichtheit kontrollieren.
- Oberschränke hängen. Über eine Hängeschiene, die zuvor exakt waagerecht ausgerichtet wurde. Zu zweit arbeiten.
- Geräte einbauen und anschließen. Elektroanschlüsse mit Festanschluss gehören zum Elektrofachbetrieb.
- Fronten justieren. Zum Schluss alle Fugen gleichmäßig einstellen – das ist der Unterschied zwischen „montiert“ und „gut montiert“.
- Sockel setzen und Fugen ziehen. Sockelblende zuletzt, Silikonfuge an der Arbeitsplatte zur Wand.
Typische Fehler
- Wand nicht geprüft. Fällt erst auf, wenn die Oberschränke hängen und vorne aufklaffen.
- Anschluss versetzen am Montagetag geplant. Der Elektriker kommt nicht spontan.
- Arbeitsplatte passt nicht durchs Treppenhaus. Vor Ort nicht lösbar.
- Nach dem Boden statt nach einer Höhenlinie ausgerichtet. Die Zeile wird dann so schief wie der Estrich.
- Schnittkanten der Arbeitsplatte nicht versiegelt. Der häufigste Grund für aufgequollene Platten rund um die Spüle.
- Lüftungsquerschnitte der Kühlgeräte zugebaut. Verkürzt die Lebensdauer des Geräts spürbar.
Fazit: Der Aufbautag entscheidet sich vorher
Geh die Punkte dieser Liste zwei bis drei Wochen vor dem Liefertermin durch. Alles, was du dabei findest, ist dann noch ein Termin – am Montagetag wäre es ein Abbruch.
Wie es mit der Arbeitsplatte weitergeht, steht in Arbeitsplatte auswählen.
Passende Produkte
