Planung
Router und Access Points platzieren
Abdeckung und Verkabelung an Grundriss und Nutzung anpassen.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Die Platzierung entscheidet über die Funkversorgung stärker als das Gerät. Ein einfacher Access Point an der richtigen Stelle liefert ein besseres Ergebnis als ein teures Gerät im Schrank im Flur.
Dieser Artikel sagt, welche Standorte im Wohnhaus funktionieren, wie viele Geräte nötig sind und welche Fehler man leicht vermeidet.
Die Grundprinzipien
- Funk breitet sich kugelförmig aus. Ein Gerät in der Hausecke strahlt die Hälfte seiner Leistung nach draußen.
- Jede Wand und jede Decke dämpft. Stahlbetondecken besonders stark.
- Schräg durch Wände ist schlechter als gerade hindurch. Ein flacher Winkel bedeutet mehr Materialdicke.
- Höher ist besser. Deckennah oder hoch an der Wand, nicht auf dem Boden.
- Frei stehen lassen. Kein Schrank, kein Regalfach, nichts Metallisches daneben.
- Dort platzieren, wo sich Menschen aufhalten, nicht dort, wo gerade eine Dose ist.
Der Router
- Am besten im zentralen Netzwerkverteiler, zusammen mit Switch und Patchpanel – und die Funkversorgung über separate Access Points lösen.
- Wenn der Router auch funken soll, gehört er möglichst zentral ins Haus, frei aufgestellt, in mittlerer Höhe.
- Nicht in der Abstellkammer, nicht im Keller, nicht hinter dem Fernseher, nicht neben der Mikrowelle.
- Der Ort des Hausanschlusses ist oft ungünstig. Eine Verlängerung der Anschlussleitung zum besseren Standort ist möglich – bei manchen Anschlussarten darf sie nur der Anbieter setzen; nachfragen.
- Nicht direkt an die Außenwand.
Wie viele Access Points

Es gibt keine Faustformel, die alle Gebäude abdeckt – aber verlässliche Anhaltspunkte:
- Ein Access Point je Geschoss ist in einem üblichen Einfamilienhaus der sinnvolle Ausgangspunkt.
- Zentral im Geschoss platziert, typischerweise im Flur – von dort erreicht er die angrenzenden Räume durch je eine Wand.
- Massive Bauweise oder verwinkelter Grundriss kann einen zusätzlichen Punkt erfordern.
- Große Wohnfläche je Geschoss ebenso.
- Nicht zu viele. Zu dicht gesetzte Zugangspunkte stören sich gegenseitig, wenn sie auf denselben Kanälen senden. Weniger mit richtiger Platzierung ist besser als viele auf Verdacht.
- Sendeleistung anpassen, wenn mehrere Geräte im Einsatz sind – volle Leistung überall führt dazu, dass Endgeräte an einem zu weit entfernten Punkt hängen bleiben.
- Nach der Installation messen und nachjustieren, siehe WLAN-Reichweite verbessern.
Gute Standorte im Haus
- Flurdecke, mittig – der beste Standard-Standort. Von dort geht es gleichmäßig in alle angrenzenden Räume.
- Oberhalb der Treppe beziehungsweise in Treppennähe: Die Treppenöffnung ist der einzige Punkt, an dem die Decke keine Barriere ist. Ein Access Point dort versorgt zwei Geschosse spürbar besser.
- Im offenen Wohnbereich hoch an der Wand, wenn der Bereich groß ist.
- Im Keller ein eigener Punkt, wenn dort Werkstatt, Büro oder Hobbyraum liegen – die Kellerdecke ist meist besonders massiv.
- Im Dachgeschoss ein eigener Punkt, wenn es ausgebaut ist.
- In der Garage, wenn dort Wallbox oder Werkstatt sind.
Schlechte Standorte
- In der Ecke eines Geschosses.
- Im geschlossenen Schrank.
- Direkt an der Außenwand.
- Hinter dem Fernseher oder in der Medienwand.
- Neben Heizungsverteiler, Wechselrichter oder Zählerschrank.
- Auf dem Boden.
- Unmittelbar neben einem Aquarium oder Warmwasserspeicher.
- Direkt neben einem zweiten Access Point.
Anbindung
- Immer per Netzwerkkabel, wenn irgend möglich. Ein per Funk angebundener Access Point teilt sich die Bandbreite mit den Endgeräten.
- Stromversorgung über das Netzwerkkabel spart die Steckdose am Montageort – für Deckenmontage praktisch unverzichtbar.
- Dose an der Decke oder ein Kabelende mit ausreichend Reserve einplanen, siehe Heimnetzwerk planen.
- Bei der Planung mitdenken: Eine Deckendose im Flur ist beim Bau eine Kleinigkeit, nachträglich ein Schlitz.
Übergabe zwischen Access Points
- Gleicher Netzname und gleiches Passwort auf allen Punkten, damit Geräte unterbrechungsfrei wechseln.
- Überlappung planen. Die Bereiche müssen sich an den Rändern überschneiden, sonst reißt die Verbindung beim Gehen ab.
- Unterschiedliche Kanäle für benachbarte Zugangspunkte.
- Sendeleistung reduzieren, damit Endgeräte früh genug wechseln. Endgeräte bleiben sonst hartnäckig am alten Punkt hängen, bis die Verbindung fast abreißt.
- Verwaltete Systeme steuern die Übergabe aktiv – ein spürbarer Vorteil, wenn man telefonierend durch das Haus geht.
Terrasse und Garten

- Wärmeschutzverglasung blockiert Funk. Das ist der Grund, warum die Terrasse oft schlechter versorgt ist als der Raum zwei Wände weiter.
- Ein geschützt montierter Punkt an der Außenwand löst das zuverlässig – unter Vordach oder Terrassendach.
- Für frei bewitterte Positionen ein Gerät mit passender Schutzart.
- Durchführung nach außen sauber abdichten, Kabel mit Tropfschlaufe führen, siehe Außenstrom sicher installieren.
- Sendeleistung bedenken: Ein starkes Außensignal reicht weit über das Grundstück hinaus.
- Für Garage und Gartenhaus eigener Punkt mit Kabelanbindung – im selben Graben wie die Stromleitung.
Vor dem Bohren ausprobieren
- Access Point provisorisch anschließen und an die vorgesehene Stelle halten oder legen.
- In allen betroffenen Räumen messen.
- Alternativen testen – oft macht ein Meter Unterschied mehr aus als erwartet.
- Erst dann montieren.
- Nach der Montage erneut messen und die Werte notieren.
Typische Fehler
- Access Point dorthin gehängt, wo eine Dose war.
- In der Ecke des Geschosses platziert.
- Im Schrank versteckt.
- Per Funk angebunden statt per Kabel.
- Alle Punkte auf demselben Kanal.
- Volle Sendeleistung überall, Geräte wechseln nicht.
- Zu viele Punkte auf zu engem Raum.
- Unterschiedliche Netznamen je Gerät.
- Keine Überlappung, Verbindung reißt beim Gehen ab.
- Treppenbereich nicht genutzt.
- Terrasse vergessen.
- Vor der Montage nicht ausprobiert.
Fazit: Mittig, hoch, frei und am Kabel
Ein Access Point je Geschoss, mittig im Flur an der Decke, per Netzwerkkabel angebunden und mit angepasster Sendeleistung – das deckt die allermeisten Wohnhäuser gut ab. Nutze die Treppenöffnung als natürlichen Durchlass zwischen den Geschossen, versorge die Terrasse von außen und probiere jede Position aus, bevor du bohrst.
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