Pflege
Akkus richtig lagern
Ladezustand, Temperatur und Nutzungspausen akkuschonend handhaben.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Der Akku ist bei modernen Elektrowerkzeugen das teuerste Verschleißteil – und dasjenige, dessen Lebensdauer am stärksten davon abhängt, wie man ihn zwischen den Einsätzen behandelt.
Die gute Nachricht: Die Regeln sind wenige, und die wichtigsten betreffen Dinge, die nichts kosten.
Was Lithium-Ionen-Akkus altern lässt
Drei Faktoren bestimmen, wie schnell die Kapazität nachlässt:
- Temperatur. Hitze ist der größte Alterungsbeschleuniger – auch ohne Nutzung.
- Ladestand. Dauerhaft voll geladen altert schneller als teilgeladen.
- Zyklen und Belastung. Jede Ladung zählt, hohe Ströme und Tiefentladungen zählen mehr.
Was nicht zutrifft: Der Memory-Effekt. Der betraf ältere Akkutechnologien. Lithium-Ionen-Akkus müssen nicht vor dem Laden entleert werden – im Gegenteil, das schadet ihnen.
Der Ladestand bei längerer Lagerung

Für die Zeit über den Winter oder längere Pausen gilt: weder voll noch leer, sondern teilgeladen.
- Ein mittlerer Ladestand – in der Größenordnung von etwa der Hälfte bis zwei Dritteln – ist der schonendste Zustand. Die genaue Empfehlung steht in der Anleitung deines Geräts.
- Vollgeladen lagern setzt die Zellen unter dauerhafte Spannung und beschleunigt die Alterung spürbar.
- Leer lagern ist gefährlicher: Ein Akku entlädt sich auch im Ruhezustand langsam weiter. Fällt er unter eine kritische Schwelle, schaltet die Schutzelektronik ab – und der Akku lässt sich oft nicht mehr laden. Das ist ein Totalschaden.
- Bei langer Lagerung alle paar Monate den Ladestand prüfen und bei Bedarf nachladen.
Für den Alltag gilt das nicht in derselben Strenge: Wer seine Akkus regelmäßig benutzt, lädt sie einfach vor dem Einsatz. Die Lagerregeln greifen bei Pausen über Wochen und Monate.
Temperatur
- Kühl und trocken lagern – Zimmertemperatur oder etwas darunter ist ideal.
- Nicht in der Hitze. Im Sommer wird es im Auto, in der Garage unter dem Blechdach und im Gartenhaus sehr heiß. Das ist der schnellste Weg, einen Akku zu ruinieren.
- Nicht im Frost. Ein ungeheizter Schuppen im Winter ist kein geeigneter Lagerort. Kälte selbst schadet dem Akku weniger als Hitze, aber sie führt zu Kondenswasser beim Temperaturwechsel – und Feuchtigkeit an den Kontakten ist ein Problem.
- Nie einen kalten Akku laden. Laden bei niedrigen Temperaturen schädigt die Zellen dauerhaft. Gute Ladegeräte verweigern das; verlass dich nicht darauf. Lass einen kalten Akku erst auf Raumtemperatur kommen.
- Nie einen heißen Akku laden. Nach starker Belastung erst abkühlen lassen.
- Nicht im Gerät lassen, wenn das Gerät draußen oder im Auto gelagert wird.
Sicher lagern

Lithium-Ionen-Akkus enthalten viel Energie auf kleinem Raum. Ein Kurzschluss an den Kontakten kann zu starker Erhitzung und im Extremfall zu einem Brand führen, der sich mit Wasser schlecht löschen lässt.
- Kontakte schützen. Nicht lose mit Schrauben, Nägeln, Werkzeug oder anderen Akkus in einer Kiste transportieren. Die mitgelieferten Schutzkappen oder ein Fach je Akku verhindern den Kontaktschluss.
- Aufrecht und getrennt lagern, nicht gestapelt.
- Nicht auf brennbarem Untergrund laden. Eine Steinplatte, eine Metallschale oder eine feuerfeste Unterlage unter dem Ladegerät ist eine einfache und sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.
- Nicht unbeaufsichtigt über Nacht laden, besonders nicht in Wohnräumen und nicht auf dem Fluchtweg.
- Rauchmelder in der Nähe des Ladeplatzes.
- Nur das passende Ladegerät des Herstellers verwenden.
- Nicht in der Nähe leicht entzündlicher Stoffe lagern – also nicht neben Lacken, Verdünner oder Benzinkanistern. Siehe Gefahrstoffe lagern.
Beschädigte Akkus erkennen
Diese Anzeichen bedeuten: sofort aus der Nutzung nehmen.
- Aufgeblähtes oder verformtes Gehäuse. Das eindeutigste und ernsteste Warnzeichen.
- Risse im Gehäuse oder aufklaffende Gehäusefugen.
- Ungewöhnliche Wärmeentwicklung im Ruhezustand oder beim Laden.
- Geruch – süßlich, stechend oder chemisch.
- Austretende Flüssigkeit.
- Starker Sturz aus größerer Höhe, auch ohne sichtbaren Schaden.
- Drastischer Kapazitätsverlust von einem Tag auf den anderen.
Was dann zu tun ist: Akku nicht mehr laden und nicht mehr benutzen. An einem sicheren Ort ablegen – im Freien, auf nicht brennbarem Untergrund, mit Abstand zu allem Brennbaren. Kontakte abkleben. Dann zeitnah fachgerecht entsorgen.
Entsorgung
- Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Weder Restmüll noch Gelber Sack – dort verursachen sie regelmäßig Brände in Sammelfahrzeugen und Sortieranlagen.
- Abgabestellen: Wertstoffhöfe, Sammelboxen im Handel, kommunale Schadstoffsammlungen.
- Kontakte vor der Abgabe abkleben – mit Klebeband über die Pole. Das ist keine Formalie, sondern verhindert Kurzschlüsse in der Sammelbox.
- Beschädigte Akkus gesondert anmelden. Sie dürfen nicht einfach in eine normale Sammelbox, und die Annahmestelle muss davon wissen.
Akkus im Alltag schonen
- Nicht bis zur völligen Entleerung fahren. Wenn die Leistung spürbar nachlässt, Akku wechseln.
- Zwei Akkus abwechselnd nutzen statt einen ständig zu laden.
- Bei hoher Last Pausen lassen. Ein Akku, der beim Arbeiten heiß wird, sollte abkühlen, bevor er wieder belastet oder geladen wird.
- Passende Akkugröße verwenden. Ein kleiner Akku an einem leistungshungrigen Gerät wird stärker belastet und altert schneller.
- Kontakte sauber halten. Staub und Feuchtigkeit erhöhen den Übergangswiderstand. Trocken abwischen, keine Metallbürste.
- Nicht ständig am Ladegerät lassen. Moderne Ladegeräte schalten ab, aber die Dauerlagerung im Vollzustand ist trotzdem nicht ideal.
Vor dem Winter
- Alle Akkus einsammeln – auch die, die noch im Gerät stecken.
- Auf den empfohlenen Lagerladestand bringen.
- Kontakte reinigen und trocknen.
- Auf Beschädigungen prüfen.
- In einem trockenen, frostfreien Raum bei möglichst gleichmäßiger Temperatur lagern, getrennt und mit geschützten Kontakten.
- Im Kalender eine Erinnerung setzen, den Ladestand nach einigen Monaten zu prüfen.
Typische Fehler
- Leer eingelagert. Tiefentladung und dann nicht mehr ladbar – der häufigste Totalschaden.
- Vollgeladen monatelang liegen gelassen. Beschleunigte Alterung.
- Im Auto oder in der heißen Garage gelagert. Hitze ist der stärkste Alterungsfaktor.
- Im ungeheizten Schuppen überwintert. Kondenswasser und Kälte.
- Kalten Akku geladen. Dauerhafter Zellschaden.
- Lose in der Werkzeugkiste transportiert. Kurzschlussgefahr.
- Unbeaufsichtigt über Nacht in der Wohnung geladen. Vermeidbares Risiko.
- Aufgeblähten Akku weiterbenutzt. Akute Gefahr.
- In den Hausmüll geworfen. Brandursache in der Abfallwirtschaft.
- Fremdes Ladegerät verwendet. Die Ladeelektronik ist auf den Akku abgestimmt.
Fazit: Teilgeladen, kühl, getrennt
Drei Worte, die die Lebensdauer deiner Akkus verdoppeln können. Und ein Blick auf das Gehäuse, bevor du einen Akku nach der Winterpause wieder ans Ladegerät hängst.
Welches Akkusystem überhaupt sinnvoll ist, klärt Akkuplattformen vergleichen.
