Sitzbänke
Eine Sitzbank löst zwei Probleme, an denen Stühle scheitern: Sie nimmt an einem Tisch mehr Personen auf derselben Länge auf, und sie lässt sich vollständig unterschieben, wenn sie nicht gebraucht wird.
Der Bereich umfasst gepolsterte Esszimmerbänke, schlichte Holzbänke, Truhenbänke mit Stauraum und schmale Garderobenbänke für den Flur. Der wichtigste Punkt vorab: Eine Bank ist bequem für kurzes Sitzen und für lange Abende nur mit Lehne – und die lässt sich dann nicht mehr unterschieben.
Platzgewinn am Tisch
Der Hauptgrund für eine Bank ist die Fläche. An einem 160 cm langen Esstisch sitzen auf Stühlen zwei bis drei Personen pro Seite – auf einer Bank derselben Länge rücken drei problemlos zusammen, und für Kinder wird es noch flexibler, weil kein fester Sitzplatz vorgegeben ist.
Als Anhaltspunkt gilt rund 55 cm Sitzbreite pro Person. Die auf der Verpackung genannte Personenzahl ist häufig optimistischer gerechnet.
Der zweite Vorteil ist der Platz im Raum: Eine Bank lässt sich unter den Tisch schieben und ist dann praktisch verschwunden. Prüfe dafür die Sitzhöhe gegen die Tischzarge – bei Tischen mit tiefer Zarge oder Wangengestell passt die Bank oft nicht vollständig darunter.
Für die Höhe gelten dieselben Werte wie beim Stuhl: Bei einem Esstisch mit 76 cm ist eine Sitzhöhe von 46 bis 48 cm richtig, und zwischen Sitzfläche und Tischunterkante sollten 28 bis 30 cm bleiben.
Mit Lehne, ohne Lehne, mit Stauraum
Ohne Lehne ist die klassische Bankform: schmal, leicht, von beiden Seiten nutzbar und vollständig unterschiebbar. Für schnelle Mahlzeiten und als Zusatzsitzplatz ideal, für lange Abende weniger.
Mit Lehne wird aus der Bank ein vollwertiger Sitzplatz. Sie lässt sich dann allerdings nicht mehr unterschieben und braucht dauerhaft ihren Platz – oft an der Wandseite des Tisches, wo ohnehin niemand vorbeigeht.
Truhenbänke mit Stauraum unter der Sitzfläche sind besonders im Flur und im Schlafzimmer sinnvoll: Schuhe, Taschen, Decken oder Spielzeug verschwinden dort, ohne dass ein zusätzliches Möbel nötig wird.
Prüfe bei Truhenbänken zwei Dinge: ob der Deckel eine Aufstellhilfe hat, die ihn offen hält – ein zufallender schwerer Sitzdeckel ist eine Klemmgefahr –, und wie der Deckel öffnet. Klappt er nach hinten gegen eine Wand, geht er nicht ganz auf.
Im Flur ist die Tiefe das begrenzende Maß: 35 cm reichen zum Schuheanziehen, mehr macht schmale Flure unpassierbar.
Material und Polsterung
Bei Bänken kommt es stärker als bei Stühlen auf die Tragkonstruktion an, weil die Last über eine große Spannweite verteilt wird.
Eine lange Sitzfläche ohne Mittelstütze biegt sich unter Belastung durch – bei Bänken ab etwa 140 cm gehört ein zusätzliches mittleres Bein oder eine durchgehende Traverse dazu. Bei Holzwerkstoff ist das besonders relevant, bei Massivholz und Metallgestellen weniger.
Bei der Polsterung gilt: Was am Esstisch täglich benutzt wird, sollte einen abwischbaren oder abnehmbaren Bezug haben. Kunstleder ist in der Essecke praktisch, Webstoff und Microfaser sind angenehmer, nehmen aber Flecken schneller an.
Bei Holzbänken ohne Polster lohnt eine Sitzauflage – eine harte Sitzfläche wird nach zwanzig Minuten unbequem, unabhängig von der Holzart.
Achte auf die angegebene Belastbarkeit: Sie gilt für die gesamte Bank, nicht pro Person.
Aufbau und Standort
Bänke kommen fast immer zerlegt und sind schnell aufgebaut. Wie bei allen Möbeln gilt: Verbindungen erst vollständig anziehen, wenn die Bank auf ebenem Untergrund steht – sonst baut man Spannung ein, die später an den Verbindungen arbeitet.
Bei Bänken mit Holzgestell gehören die Schrauben nach einigen Wochen einmal nachgezogen. Eine knarzende Bank hat meist nur lockere Verbindungen.
Zum Standort: Eine Bank an der Wandseite des Esstisches nutzt den Raum am effizientesten, weil dort ohnehin kein Durchgang ist. Achte darauf, dass die Wand keine Fußleiste hat, die verhindert, dass die Bank bündig steht – sonst bleibt ein Spalt, in dem alles verschwindet.
Im Flur sollte die Bank so stehen, dass sie beim Anziehen erreichbar ist, ohne den Weg zur Tür zu blockieren. Filzgleiter unter den Füßen schonen den Boden beim Verschieben.
Häufige Fragen
Wie viele Personen passen auf eine Sitzbank?
Rechne rund 55 cm Sitzbreite pro Person – auf einer 160 cm langen Bank sitzen also drei Erwachsene bequem. Die auf der Verpackung genannte Personenzahl ist häufig optimistischer.
Welche Sitzhöhe passt zum Esstisch?
Bei 76 cm Tischhöhe sind 46 bis 48 cm richtig. Wichtiger ist der Abstand zwischen Sitzfläche und Tischunterkante: Er sollte 28 bis 30 cm betragen. Prüfe zusätzlich, ob die Bank unter die Zarge passt.
Bank mit oder ohne Lehne?
Ohne Lehne lässt sie sich unterschieben und spart Platz, ist aber für lange Abende unbequem. Mit Lehne wird sie zum vollwertigen Sitzplatz, braucht dann aber dauerhaft ihren Raum.
Worauf achte ich bei langen Bänken?
Auf eine Mittelstütze oder durchgehende Traverse. Ab etwa 140 cm biegt sich eine Sitzfläche ohne zusätzliche Unterstützung unter Belastung durch – bei Holzwerkstoff besonders deutlich.
Passende Bereiche
- Tische – die Zarge entscheidet, ob die Bank untergeschoben werden kann
- Stühle – für die Seite gegenüber der Bank
- Schuhschränke – Ergänzung zur Garderobenbank im Flur
