Küchenschränke
Schränke
Küchenschränke werden selten einzeln gekauft, um eine Küche zu bauen – meistens geht es darum, eine vorhandene Zeile zu ergänzen, eine Lücke zu schließen oder zusätzlichen Stauraum zu schaffen, wo die Planung nicht ausreichte.
Im Sortiment stecken Hängeschränke, Unterschränke, Hochschränke und Apothekerauszüge. Die Preise reichen von rund 85 bis 410 Euro bei einem Median von etwa 320 Euro. Für alle gilt: Küchen folgen weitgehend Standardmaßen – aber Farbe, Griffe und Sockelhöhe passen zwischen Programmen fast nie zusammen. Wer ergänzt, misst deshalb am vorhandenen Möbel und nicht im Katalog.
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Die Standardmaße der Küche
Küchenmöbel folgen einem verbreiteten Raster, das die Planung erleichtert:
- Schrankbreiten in 15-cm-Schritten: 30, 45, 60, 90 und 120 cm sind die häufigsten.
- Unterschränke rund 82 cm Korpushöhe plus verstellbarem Sockel, sodass mit Arbeitsplatte die übliche Arbeitshöhe von etwa 90 cm entsteht.
- Unterschranktiefe meist 56 bis 60 cm, passend zur Arbeitsplattentiefe von 60 cm.
- Hängeschränke in Höhen um 60, 70 oder 90 cm, Tiefe meist 32 bis 35 cm.
Zwischen Arbeitsplatte und Unterkante der Hängeschränke liegen üblicherweise 50 bis 60 cm. Weniger, und man stößt beim Arbeiten an; mehr, und die obere Ablage wird unerreichbar.
Diese Maße sind ein Anhaltspunkt, keine Norm. Wer eine bestehende Zeile ergänzt, misst deshalb am vorhandenen Möbel nach: Korpushöhe, Tiefe, Sockelhöhe und die Höhe, in der die Hängeschränke tatsächlich montiert sind.
Ergänzen: was fast nie zusammenpasst
Wer eine vorhandene Küche erweitert, stößt auf drei Punkte, die zwischen Herstellern und selbst zwischen Serien eines Herstellers selten übereinstimmen:
Die Farbe. Dekorbezeichnungen sind nicht genormt, und selbst identisch benannte Dekore unterscheiden sich sichtbar. Bei einer durchgehenden Front fällt das sofort auf. Wenn eine exakte Übereinstimmung nicht möglich ist, ist ein bewusst abgesetztes Element meist das bessere Ergebnis als ein knapp danebenliegender Ton.
Die Griffe. Sie lassen sich tauschen – aber die vorhandenen Bohrungen bestimmen den Lochabstand. Übliche Maße sind 96, 128 und 160 mm. Wer alle Griffe erneuert, ist frei; wer nur ergänzt, muss den Abstand treffen.
Die Sockelhöhe. Sie ist bei den meisten Unterschränken über Stellfüße verstellbar, meist um mehrere Zentimeter. Prüfe den Verstellbereich gegen die vorhandene Zeile.
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Auch die Türanschlagseite muss zur Zeile passen und ist nicht bei jedem Schrank wechselbar.
Hängeschränke sicher montieren
Ein Hängeschrank trägt Geschirr, Gläser und Vorräte – das Gewicht aus Möbel und Inhalt ist erheblich, und er hängt über der Arbeitsfläche, an der Menschen stehen. Die Befestigung ist deshalb kein Detail.
Standard ist eine Montageschiene, die waagerecht an der Wand verschraubt wird und in die der Schrank eingehängt und über Justierbeschläge ausgerichtet wird. Das ist der sicherste Weg und erlaubt zugleich, mehrere Schränke auf gleicher Höhe zu montieren.
Entscheidend ist die Wand. In Beton und Vollziegel halten geeignete Dübel problemlos. In Gipskarton-Ständerwänden tragen Standarddübel nichts – dort muss in den Metall- oder Holzständern verschraubt oder es müssen Hohlraumdübel mit ausreichender Traglast verwendet werden. In Porenbeton und Lochziegel gehören die jeweils passenden Spezialdübel her.
Vor jeder Bohrung: Leitungssucher. In Küchen verlaufen Strom- und häufig auch Wasserleitungen genau im Bereich zwischen Arbeitsplatte und Hängeschränken.
Bei Zweifeln an der Tragfähigkeit ist ein Fachbetrieb die richtige Adresse – ein herabstürzender Hängeschrank ist eine ernste Gefahr.
Innenausstattung, die den Unterschied macht
Bei Küchenschränken entscheidet die Innenausstattung stärker über den Nutzen als die Front.
Auszüge statt Türen bei Unterschränken sind die größte praktische Verbesserung überhaupt: Statt sich zu bücken und in die Tiefe zu greifen, zieht man den gesamten Inhalt heraus. Achte auf Vollauszüge – bei Teilauszügen bleibt das hintere Drittel schwer erreichbar.
Apothekerauszüge nutzen schmale Breiten von 15 bis 45 cm vollständig aus und machen genau die Lücken nutzbar, die sonst leer bleiben.
Eckschränke sind ohne Auszugssystem praktisch tote Fläche. Karussell- oder Schwenkauszüge lösen das.
Soft-Close ist in der Küche mehr als Komfort: Türen und Auszüge werden hier häufiger und oft mit vollen Händen bedient.
Bei Hochschränken lohnt der Blick auf die lichte Fachhöhe, wenn hohe Flaschen oder Küchengeräte hineinsollen – und darauf, ob die Böden verstellbar sind.
Häufige Fragen
Welche Standardmaße haben Küchenschränke?
Breiten meist in 15-cm-Schritten von 30 bis 120 cm, Unterschränke rund 82 cm Korpushöhe plus Sockel bei 56 bis 60 cm Tiefe, Hängeschränke 32 bis 35 cm tief. Beim Ergänzen aber immer am vorhandenen Möbel nachmessen.
Wie hoch montiere ich Hängeschränke?
Üblich sind 50 bis 60 cm zwischen Arbeitsplatte und Schrankunterkante. Weniger stört beim Arbeiten, mehr macht die oberen Ablagen unerreichbar.
Passen Schränke verschiedener Hersteller zusammen?
Maßlich oft ja, optisch fast nie. Dekorbezeichnungen sind nicht genormt, und Griffbohrungen haben unterschiedliche Lochabstände – üblich sind 96, 128 und 160 mm. Ein bewusst abgesetztes Element wirkt besser als ein knapp danebenliegender Ton.
Wie befestige ich einen Hängeschrank an einer Ständerwand?
Über eine Montageschiene, verschraubt in den Metall- oder Holzständern, oder mit Hohlraumdübeln ausreichender Traglast. Standarddübel tragen in Gipskarton nicht. Vor dem Bohren mit einem Leitungssucher prüfen.
Passende Bereiche
- Küche – Geräte, Spülen, Armaturen und Zubehör
- Alle Schränke – weitere Schrankarten im Überblick
- Messgeräte – Leitungssucher und Wasserwaage für die Montage
