Regale
Regale sind der günstigste Stauraum überhaupt. Dazu zählen Standregale und Bücherregale, schmale Wandregale und Boards, Würfelregale zum Kombinieren, Raumteiler, die von beiden Seiten zugänglich sind, sowie Metall-Steckregale für Keller und Werkstatt.
Tiefe und Traglast entscheiden, ob ein Regal zu dem passt, was hineinsoll.
Traglast realistisch einschätzen
Bücher sind schwerer, als die meisten annehmen: Ein voll bestückter Meter Taschenbücher wiegt schnell 25 bis 30 kg. Bei einem Regal mit mehreren Böden summiert sich das erheblich.
Zwei Angaben sind zu unterscheiden. Die Traglast je Einlegeboden entscheidet, ob sich der Boden durchbiegt. Die Gesamttraglast betrifft das Gestell.
Gegen Durchbiegen hilft weniger Dicke als Spannweite: Ein 60 cm breiter Boden trägt deutlich mehr als ein 90 cm breiter aus demselben Material. Bei schweren Büchern ist ein Regal mit mehr, aber schmaleren Fächern die haltbarere Lösung.
Für Keller, Garage und Werkstatt sind Metall-Steckregale die tragfähigste Variante. Sie werden ohne Schrauben gesteckt, sind höhenverstellbar und tragen ein Vielfaches eines Holzwerkstoffregals.
Tiefe passend zum Inhalt
Die Tiefe bestimmt, was hineinpasst, und wie viel Raum das Regal wegnimmt:
- 15 bis 20 cm: Wandboards für Deko, Gewürze, Bilderrahmen.
- 25 bis 30 cm: der Standard für Bücher und Ordner. Taschenbücher brauchen etwa 20 cm, Ordner rund 32 cm Höhe und knapp 30 cm Tiefe.
- 35 bis 40 cm: für Aufbewahrungsboxen und größere Gegenstände.
- Ab 45 cm: Keller- und Werkstattregale für Kisten und Werkzeug.
Zu tiefe Regale im Wohnbereich sind ein häufiger Fehlkauf: Was hinten steht, wird nicht mehr gefunden, und das Regal ragt weiter in den Raum als nötig.
Bei Würfel- und Modulregalen lohnt der Blick auf das Innenmaß der Fächer, wenn Boxen oder Schallplatten hineinsollen – das Außenmaß hilft dabei nicht weiter.
Kippsicherung ist keine Option
Jedes Regal, das höher als breit ist, muss an der Wand gesichert werden. Das gilt besonders in Haushalten mit Kindern: Ein Regal, in das geklettert wird, kann kippen – und ein volles Bücherregal wiegt über hundert Kilogramm.
Ein Wandwinkel liegt oft bei, die passenden Dübel für deine Wand nicht immer. Beton, Vollziegel, Lochziegel, Porenbeton und Gipskarton brauchen jeweils unterschiedliche Befestigungen – der beiliegende Universaldübel taugt für Gipskarton in der Regel nicht.
Vor dem Bohren gehört ein Leitungssucher an die Wand. Über Steckdosen und Schaltern verlaufen die Leitungen senkrecht, unter der Decke waagerecht.
Beim Beladen gilt: schwere Dinge nach unten. Das senkt den Schwerpunkt und entlastet zugleich die oberen Böden.
Materialien und Aufbau
Holzwerkstoff ist maßhaltig und günstig. Entscheidend sind sauber umleimte Kanten und eine eingenutete statt nur aufgenagelte Rückwand – die Rückwand hält das Regal in der Diagonale.
Massivholz und Echtholz tragen bei gleicher Dicke mehr und lassen sich später abschleifen. Bambus eignet sich für Bad- und Küchenregale, weil es Feuchtigkeit besser verträgt. Metall und Stahl sind die Wahl für hohe Lasten und für Keller mit wechselnder Luftfeuchte.
Zum Aufbau: Fast alle Regale kommen zerlegt. Ziehe die Verbindungen erst vollständig an, wenn der Korpus steht und rechtwinklig ausgerichtet ist – sonst baut man den Verzug fest ein. Prüfe vor dem Anschrauben der Rückwand mit dem Zollstock die beiden Diagonalen: Sind sie gleich lang, steht das Regal im Winkel.
Häufige Fragen
Wie viel Traglast brauche ich für Bücher?
Ein voll bestückter Meter Taschenbücher wiegt 25 bis 30 kg. Achte deshalb auf die Traglast je Einlegeboden – und darauf, dass die Böden nicht zu breit sind: Spannweite verursacht mehr Durchbiegung als geringe Materialdicke.
Welche Tiefe brauche ich für Ordner?
Rund 30 cm Tiefe und mindestens 32 cm lichte Fachhöhe. Bei reinen Bücherregalen mit 25 cm Tiefe stehen Ordner vorne über.
Muss ich jedes Regal an der Wand befestigen?
Jedes, das höher als breit ist – und in Haushalten mit Kindern grundsätzlich. Die mitgelieferten Universaldübel passen oft nicht zur tatsächlichen Wand; für Gipskarton und Lochziegel braucht es eigene Befestigungen.
Warum wackelt mein Regal nach dem Aufbau?
Meist ist es nicht rechtwinklig aufgebaut oder die Rückwand fehlt beziehungsweise ist nur angetackert. Prüfe mit dem Zollstock beide Diagonalen des Korpus – sie müssen gleich lang sein, bevor die Rückwand befestigt wird.
Passende Bereiche
- Schränke – geschlossener Stauraum statt offener Fächer
- Kommoden – niedriger Stauraum mit Schubladen und Türen
- Messgeräte – Leitungssucher gehört vor jede Bohrung in die Wand
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