Wohndecken
Eine Wohndecke ist das Textil, das am direktesten spürbar ist: Man liegt darunter, es hat Hautkontakt und es soll wärmen, ohne dass man darunter ins Schwitzen kommt. Genau darin unterscheiden sich die Materialien deutlich.
Der Bereich umfasst Fleecedecken, gewebte Baumwolldecken und Plaids, Wolldecken, Kunstfelldecken sowie Tagesdecken für Bett und Sofa. Die drei Fragen vorab: Wo soll sie liegen, wie oft wird sie gewaschen – und soll sie wärmen oder vor allem gut aussehen? Danach richtet sich das Material.
Materialien und wie sie sich anfühlen
- Fleece und Mikrofaser sind leicht, sehr weich, trocknen schnell und sind am günstigsten. Sie wärmen sofort, atmen aber wenig – wer schnell schwitzt, empfindet sie nach einer Weile als stickig. Sie neigen zudem zu statischer Aufladung und können mit der Zeit Knötchen bilden.
- Baumwolle atmet gut, nimmt Feuchtigkeit auf und lässt sich heiß waschen. Gewebte Baumwolldecken und Waffelpiqué sind die richtige Wahl für Menschen, denen unter Fleece zu warm wird, und für Sommerabende auf dem Balkon.
- Wolle – meist Schurwolle oder Wollmischungen – wärmt bei geringem Gewicht am besten und gleicht Feuchtigkeit aus. Sie ist die teuerste Gruppe und verlangt schonende Pflege.
- Kunstfell ist vor allem ein Gestaltungselement: sehr weich obenauf, mit einer meist glatten Rückseite, die kaum atmet.
Für Allergiker sind waschbare Baumwoll- und Mikrofaserdecken die praktischere Wahl, weil sie regelmäßig bei höherer Temperatur gewaschen werden können.
Maße für Sofa und Bett
Wohndecken werden häufig zu klein gekauft.
- Zum Einkuscheln auf dem Sofa für eine Person reichen 130 × 170 cm knapp. Wer sich vollständig einwickeln will, ist mit 150 × 200 cm deutlich besser bedient.
- Als Tagesdecke auf dem Bett muss die Decke die Matratze plus den seitlichen Überhang abdecken. Bei einem 180 cm breiten Bett bedeutet das mindestens 220 cm Breite, wenn sie beidseitig herunterhängen soll.
- Als Sofaüberwurf zum Schutz der Polster misst man die tatsächlich zu bedeckende Fläche einschließlich Lehne.
Für den Außenbereich sind Decken mit wasserabweisender Ausrüstung praktisch – auf einer feuchten Gartenbank hält eine normale Decke die Nässe nicht ab.
Zwei Decken sind übrigens oft praktischer als eine große: Auf dem Sofa teilen sich selten zwei Personen dieselbe Decke.
Waschen ohne Schaden
Decken sind groß, und genau daran scheitert das Waschen am häufigsten.
Prüfe das Maß gegen die Trommel. Eine 150 × 200 cm große Decke braucht eine Maschine mit mindestens 7 bis 8 kg Fassungsvermögen, damit sie sich noch bewegen kann. In einer zu vollen Trommel wird sie nicht sauber, und die Maschine gerät beim Schleudern in Unwucht.
Materialabhängig gilt:
- Fleece und Mikrofaser: meist 30 bis 40 °C, ohne Weichspüler – der legt sich auf die Fasern und nimmt genau die Weichheit, die man erhalten will.
- Baumwolle: oft bis 60 °C, verträgt in der Regel den Trockner und wird darin weicher.
- Wolle: Wollprogramm oder Handwäsche, keinesfalls Trockner – Wolle verfilzt und läuft unwiderruflich ein.
- Kunstfell: kalt und schonend, liegend trocknen; Hitze verklebt die Fasern dauerhaft.
Bei sehr großen oder empfindlichen Decken ist eine Wäscherei die sichere Alternative zum Experiment in der Haushaltsmaschine.
Pilling, Fusseln und Lebensdauer
Die häufigste Beschwerde bei Wohndecken ist Pilling – die kleinen Knötchen, die sich an Reibestellen bilden. Sie entstehen, wenn kurze Fasern an die Oberfläche gelangen und sich verdrehen; besonders anfällig sind Fleece und Mischgewebe.
Ganz verhindern lässt sich das nicht, aber verlangsamen: auf links waschen, niedrige Schleuderdrehzahl, kein Weichspüler und nicht zusammen mit rauen Textilien wie Handtüchern oder Jeans waschen. Entstandene Knötchen lassen sich mit einem Fusselrasierer entfernen, ohne dass die Decke Schaden nimmt.
Fusseln geben neue Decken – besonders Fleece und Kunstfell – in den ersten Wochen ab. Ein separater erster Waschgang reduziert das deutlich.
Zur Aufbewahrung: Decken gehören trocken und luftig gelagert. In einer luftdichten Kiste im Keller entsteht muffiger Geruch, den man später kaum wieder herausbekommt. Wollartikel zusätzlich mit einem Mottenschutz lagern – Motten gehen an Wolle, nicht an Kunstfaser.
Häufige Fragen
Welches Material wärmt am besten?
Wolle wärmt bei geringem Gewicht am stärksten und gleicht Feuchtigkeit aus. Fleece wärmt sofort, atmet aber wenig – wer leicht schwitzt, ist mit Baumwolle besser bedient.
Welche Größe brauche ich fürs Sofa?
130 × 170 cm reichen für eine Person knapp, 150 × 200 cm zum vollständigen Einwickeln. Als Tagesdecke auf einem 180 cm breiten Bett braucht es mindestens 220 cm Breite für beidseitigen Überhang.
Passt meine Decke in die Waschmaschine?
Für 150 × 200 cm braucht es mindestens 7 bis 8 kg Fassungsvermögen. In einer zu vollen Trommel wird die Decke nicht sauber und die Maschine gerät beim Schleudern in Unwucht.
Was hilft gegen Knötchen im Stoff?
Vorbeugen: auf links waschen, niedrig schleudern, keinen Weichspüler und nicht zusammen mit Handtüchern oder Jeans waschen. Entstandene Knötchen lassen sich mit einem Fusselrasierer schadlos entfernen.
Passende Bereiche
- Kissen – die zweite Hälfte der gemütlichen Sofaecke
- Sofas – die Fläche, die geschützt und ergänzt wird
- Alle Heimtextilien – Bettwäsche, Teppiche und Vorhänge
