Bettlaken
Beim Spannbettlaken entscheidet ein Maß, das viele nicht auf dem Zettel haben: die Höhe der Matratze. Ein Laken kann in Länge und Breite exakt passen und trotzdem nicht halten, weil der Steg zu kurz ist und die Ecken hochspringen.
Der Bereich umfasst Spannbettlaken aus Jersey, Renforcé und Biber sowie glatte Betttücher ohne Gummizug. Gängige Maße sind 90 × 200, 140 × 200 und 180 × 200 cm.
Drei Maße statt zwei
Ein Spannbettlaken braucht drei Angaben:
- Länge und Breite der Liegefläche – also das Matratzenmaß, nicht das Bettmaß. Ein Bett mit 180 cm Außenbreite kann zwei Matratzen zu je 90 cm tragen; dann sind zwei Laken nötig, keins in 180 cm.
- Die Matratzenhöhe. Standardlaken sind meist für Höhen bis etwa 25 cm ausgelegt; für höhere Matratzen und für Boxspringbetten mit Topper braucht es ausdrücklich als Topper-Spannbettlaken oder für hohe Matratzen gekennzeichnete Ausführungen.
- Der Dehnbereich. Angaben wie „90–100 × 190–200 cm" bedeuten, dass das Laken diesen Bereich abdeckt. Liegt deine Matratze am oberen Ende, sitzt es straff; am unteren Ende schlägt es Falten.
Miss im Zweifel nach, statt dich auf die Bezeichnung des Betts zu verlassen. Und rechne bei einem Topper dessen Höhe zur Matratzenhöhe dazu, wenn beide zusammen bezogen werden sollen.
Jersey, Renforcé oder Biber
Die Gewebeart entscheidet über Griff, Passform und Jahreszeit.
Jersey ist gestrickt und dadurch dehnbar. Es passt sich der Matratze an, verzeiht kleine Maßabweichungen und ist deshalb die häufigste Wahl. Der Nachteil: Es leiert über die Jahre aus, und die Dehnbarkeit lässt nach. Achte auf einen Elasthan-Anteil – schon wenige Prozent verbessern die Rückstellkraft deutlich.
Renforcé ist gewebt, glatt und kühl im Griff. Es dehnt sich kaum, weshalb das Maß genauer stimmen muss – dafür bleibt es formstabil und wirkt glatter.
Biber ist angeraut, wärmt und ist die Winterwahl für alle, die nachts frieren.
Beim Material selbst gilt, was für Bettwäsche insgesamt gilt: Baumwolle atmet und nimmt Feuchtigkeit auf, Mikrofaser trocknet schnell und knittert kaum. Ein OEKO-TEX-Hinweis zeigt an, dass das Textil auf Schadstoffe geprüft wurde – bei stundenlangem Hautkontakt ein sinnvolles Kriterium.
Warum Laken hochspringen
Wenn ein Spannbettlaken sich an den Ecken löst, liegt es fast immer an einer von drei Ursachen:
- Der Steg ist zu kurz für die Matratzenhöhe. Das Laken reicht nicht weit genug unter die Matratze, und der Gummizug greift an der Kante statt darunter. Abhilfe schafft nur ein Laken mit passender Steghöhe.
- Der Gummizug ist ausgeleiert. Nach vielen Waschgängen lässt die Elastizität nach, besonders bei hohen Temperaturen und im Trockner.
- Das Laken ist eingelaufen. Baumwolle schrumpft beim ersten heißen Waschen; gute Laken sind vorgeschrumpft, günstige nicht immer.
Praktische Abhilfe für vorhandene Laken: Spannbettlakenspanner oder Klammern, die unter der Matratze über Kreuz gespannt werden. Sie sind günstig und lösen das Problem bei leicht zu großen Laken zuverlässig.
Und ein einfacher Tipp beim Beziehen: erst die beiden diagonal gegenüberliegenden Ecken aufziehen, dann die übrigen. So verteilt sich die Spannung gleichmäßig.
Waschen und Lebensdauer
Bettlaken haben direkten Hautkontakt und sollten alle ein bis zwei Wochen gewechselt werden, bei Allergien häufiger.
Beim Waschen gilt: Die höchste zulässige Temperatur ist nicht immer die beste Wahl. 60 °C sind bei Hausstauballergie und in Kinderbetten sinnvoll, greifen aber den Gummizug stärker an. Wer keine besonderen Anforderungen hat, fährt mit 40 °C und gelegentlichem 60-Grad-Waschgang gut.
Der Trockner ist der größte Feind des Gummizugs. Wenn Trockner, dann bei niedriger Temperatur und nicht übertrocknen – Jersey wird darin zusätzlich weicher, der Gummi altert aber schneller.
Weichspüler ist bei Bettwäsche verzichtbar und verringert die Saugfähigkeit von Baumwolle.
Zur Menge: Zwei bis drei Laken pro Bett sind praktisch – eines liegt auf, eines ist im Schrank, eines in der Wäsche. Wer Laken paarweise derselben Serie kauft, bekommt beim Wechseln keine sichtbaren Farbunterschiede.
Häufige Fragen
Welche Maße brauche ich?
Länge, Breite und Höhe der Matratze – nicht des Betts. Ein 180 cm breites Bett mit zwei 90-cm-Matratzen braucht zwei Laken. Für Matratzen über etwa 25 cm Höhe gibt es eigene Ausführungen.
Jersey oder Renforcé?
Jersey ist dehnbar und verzeiht kleine Maßabweichungen – die häufigste Wahl. Renforcé ist gewebt, kühl im Griff und formstabil, verlangt dafür ein genaueres Maß. Ein Elasthan-Anteil verbessert bei Jersey die Rückstellkraft deutlich.
Warum springt mein Laken an den Ecken hoch?
Meist ist der Steg zu kurz für die Matratzenhöhe, der Gummizug ausgeleiert oder das Laken eingelaufen. Bei leicht zu großen Laken helfen Spanner, die unter der Matratze über Kreuz gespannt werden.
Bei welcher Temperatur waschen?
40 °C reichen im Normalfall, 60 °C sind bei Allergien und in Kinderbetten sinnvoll – greifen aber den Gummizug stärker an. Der Trockner altert den Gummi zusätzlich; wenn, dann bei niedriger Temperatur.
Passende Bereiche
- Bettwäsche – Bezüge richten sich nach dem Deckenmaß
- Matratzen – die Höhe bestimmt die nötige Steghöhe
- Betten – Liegefläche und Außenmaß sind zwei verschiedene Dinge
