Grills
Die Bauart entscheidet beim Grill über fast alles: über die Vorbereitungszeit, über den Geschmack, über den Reinigungsaufwand und darüber, wo überhaupt gegrillt werden darf. Der Bereich umfasst Holzkohlegrills und Kugelgrills, Gasgrills, Elektrogrills und kombinierte Räuchergrills.
Die erste Frage lautet nicht „welcher Grill", sondern „wo wird gegrillt".
Die drei Bauarten und ihre Stärken
Holzkohle liefert das klassische Grillaroma und hohe Temperaturen. Der Preis dafür sind 20 bis 30 Minuten Vorbereitung, bis die Kohle durchgeglüht ist, und Asche, die entsorgt werden muss. Die Temperatur lässt sich nur über Kohlemenge, Anordnung und Luftzufuhr steuern – das ist Handwerk und für viele genau der Reiz. Ein Kugelgrill mit Deckel kann durch indirektes Grillen deutlich mehr als offene Rundgrills.
Gas ist nach wenigen Minuten heiß und lässt sich über die Brenner exakt regeln – bei mehrflammigen Geräten sogar zonenweise, was indirektes Garen erst richtig praktikabel macht. Es entsteht kein Funkenflug und weniger Rauch. Dafür ist die Anschaffung teurer und die Gasflasche will gelagert und getauscht werden.
Elektro ist die Lösung für Balkone und überall dort, wo offenes Feuer und starke Rauchentwicklung nicht zulässig sind. Die erreichbaren Temperaturen liegen niedriger, dafür braucht es nur eine Steckdose.
Ein Räuchergrill oder Smoker arbeitet mit niedriger Temperatur über Stunden. Das ist eine eigene Disziplin und kein Ersatz für den schnellen Grillabend.
Was auf dem Balkon erlaubt ist
Hier lohnt eine nüchterne Einordnung, weil es der häufigste Streitpunkt ist: Es gibt keine bundesweit einheitliche Regel. Maßgeblich sind der Mietvertrag, die Hausordnung und – bei Eigentum – die Gemeinschaftsordnung. Viele Mietverträge und Hausordnungen schließen Holzkohlegrills auf Balkonen aus, erlauben aber Elektro- und teils Gasgrills.
Unabhängig davon gilt das allgemeine Rücksichtnahmegebot: Rauch und Qualm dürfen die Nachbarn nicht erheblich belästigen. Genau deshalb sind Elektrogrills auf dem Balkon in der Praxis die unkomplizierteste Wahl – sie erzeugen kaum Rauch, solange kein Fett direkt auf ein Heizelement tropft.
Zum Abstand: Ein Grill gehört nicht direkt unter die Markise, nicht neben die Balkonverkleidung aus Kunststoff und nicht unter eine hölzerne Decke. Auch ein Elektrogrill wird heiß genug, um Kunststoff zu verformen.
Grillfläche, Deckel und Material
Die Grillfläche ist die praktisch wichtigste Größe. Als Anhaltspunkt: rund 40 × 30 cm reichen für zwei bis vier Personen, ab etwa 60 × 40 cm wird es für eine größere Runde komfortabel. Zu klein bedeutet, dass in Schichten gegrillt wird und die erste Portion kalt ist, wenn die letzte fertig wird.
Ein Deckel ist mehr als ein Windschutz. Erst mit geschlossenem Deckel entsteht ein Garraum, in dem sich indirekt garen lässt – für alles, was länger braucht als eine Bratwurst, also größere Fleischstücke, Gemüse und Aufläufe. Ein Thermometer im Deckel macht das steuerbar.
Beim Rostmaterial gilt: Edelstahl rostet nicht und ist am pflegeleichtesten. Gusseisen speichert Wärme deutlich besser und erzeugt die typischen Röstspuren, muss aber trocken gehalten und eingebrannt werden. Verchromter Stahl ist die günstigste Variante und die kurzlebigste – an Kratzern beginnt der Rost.
Ein Korpus kann aus pulverbeschichtetem oder emailliertem Stahl bestehen. Emaille ist unempfindlicher gegen Hitze, springt aber bei Schlägen ab.
Sicherheit, Reinigung und Zubehör
Zur Gasflasche: Sie gehört aufrecht, gut belüftet und nicht in den Keller – Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich in tiefliegenden Räumen. Den Schlauch mindestens einmal pro Saison auf Risse prüfen und die Verbindungen mit Seifenlauge auf Dichtheit testen: Blasenbildung bedeutet undicht.
Bei Holzkohle niemals Spiritus oder Benzin verwenden. Ein Anzündkamin bringt die Kohle in 15 bis 20 Minuten zuverlässig und ohne Brandbeschleuniger zum Glühen.
Die Reinigung ist am einfachsten, solange der Rost noch warm ist. Bei Gasgrills brennt man Rückstände bei geschlossenem Deckel und voller Leistung einige Minuten ab und bürstet sie dann ab. Fettauffangschalen gehören regelmäßig geleert – angesammeltes Fett ist die häufigste Ursache für Flammenbildung im Gerät.
Eine Abdeckhaube ist die günstigste Lebensverlängerung für jeden Grill, der draußen steht. Sie sollte allerdings erst über den vollständig abgekühlten Grill.
Häufige Fragen
Welcher Grill passt auf einen Balkon?
In der Praxis meist ein Elektrogrill: kaum Rauch, kein offenes Feuer. Ob Holzkohle oder Gas erlaubt sind, regeln Mietvertrag, Hausordnung oder Gemeinschaftsordnung – eine einheitliche gesetzliche Regel gibt es nicht.
Wie groß muss die Grillfläche sein?
Rund 40 × 30 cm reichen für zwei bis vier Personen, ab etwa 60 × 40 cm wird es für größere Runden komfortabel. Zu klein bedeutet Grillen in Schichten – die erste Portion ist kalt, wenn die letzte fertig ist.
Wozu brauche ich einen Deckel?
Für indirektes Garen. Erst mit geschlossenem Deckel entsteht ein Garraum, in dem größere Fleischstücke, Gemüse und Aufläufe gelingen. Ein Thermometer im Deckel macht die Temperatur steuerbar.
Edelstahl oder Gusseisen beim Rost?
Edelstahl ist pflegeleichter und rostet nicht. Gusseisen speichert Wärme deutlich besser und erzeugt kräftigere Röstspuren, muss aber eingebrannt und trocken gehalten werden.
Passende Bereiche
- Grillzubehör – Anzündkamin, Thermometer, Abdeckhauben
- Gartentische – der Platz, an dem danach gegessen wird
- Feuerschalen & Feuerkörbe – Feuer ohne Grillrost
Ratgeber aus Planen & Machen
- PlanungAußenküche zusammenstellenModule, Wasser, Strom, Kühlung und wetterfeste Materialien kombinieren.
- ChecklisteGrill sicher aufstellenBrandabstände, Standfestigkeit und Belüftung kontrollieren.
- KaufberatungGrillarten vergleichenGas-, Holzkohle-, Elektro- und Pelletgrills nach Nutzung und Aufwand bewerten.
