Checkliste
Elektrowerkzeuge warten
Kabel, Lüftung, Befestigungen und Schutzvorrichtungen regelmäßig kontrollieren.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Elektrowerkzeuge halten erstaunlich lange – wenn zwei Dinge stimmen: Der Motor bekommt genug Kühlluft, und das Kabel bleibt unbeschädigt. Die meisten vorzeitigen Ausfälle gehen auf einen dieser beiden Punkte zurück.
Der Rest ist Sichtprüfung und ein Pinsel.
Lüftungsschlitze: der wichtigste Punkt
Der Motor kühlt sich über einen Luftstrom, der durch die Gehäuseschlitze gezogen wird. Setzen sich die Schlitze mit Staub zu, staut sich die Wärme – die Isolierung der Wicklungen altert schneller, und irgendwann brennt der Motor durch.
Bei MDF, Gipskarton und Betonstaub geht das schnell, weil der Staub besonders fein ist.
- Nach jeder staubigen Arbeit ausblasen oder auspinseln. Ein weicher Pinsel und eine Handpumpe oder Druckluft mit reduziertem Druck.
- Nie mit Wasser und nie mit dem Hochdruckreiniger.
- Beim Ausblasen mit Druckluft Schutzbrille tragen und nicht zu nah und zu stark – hoher Druck kann Staub tiefer ins Gerät und in die Lager treiben.
- Beim Arbeiten darauf achten, die Schlitze nicht mit der Hand abzudecken.
- Nicht in Staubhaufen ablegen. Das Gerät zieht beim nächsten Start alles ein.
- Absaugung nutzen, wo vorgesehen. Sie schont nicht nur die Lunge, sondern auch die Maschine.
Das Kabel und der Stecker

Die häufigste Stelle für gefährliche Defekte.
- Vor jedem Gebrauch ansehen: Risse, poröse Stellen, Quetschungen, Einschnitte.
- Besonders am Geräteeintritt und am Stecker. Dort knickt das Kabel am stärksten. Ein verschobener oder gerissener Knickschutz ist ein Warnzeichen.
- Beschädigte Kabel werden ersetzt, nicht repariert. Isolierband ist keine zulässige Instandsetzung. Der Austausch der Anschlussleitung gehört in eine Fachwerkstatt.
- Nicht am Kabel ziehen, weder zum Ausstecken noch zum Bewegen des Geräts.
- Nicht eng um das Gerät wickeln. Locker aufrollen, sonst entsteht genau am Eintritt die Knickstelle.
- Nicht über das Kabel fahren oder darauf stehen.
- Verlängerungskabel ausreichend dimensionieren und bei Kabeltrommeln vollständig abrollen – eine aufgewickelte Trommel unter Last erhitzt sich.
- Im Außenbereich nur dafür geeignete Leitungen und Geräte verwenden.
Regelmäßige Sichtprüfung
Vor dem Einschalten, jedes Mal – das dauert zehn Sekunden:
- Kabel und Stecker unbeschädigt?
- Gehäuse ohne Risse, alle Schrauben vorhanden?
- Schutzeinrichtungen vollständig und funktionsfähig? Pendelschutzhaube schnappt zurück, Schutzhaube fest, Spaltkeil vorhanden?
- Zusatzhandgriff fest?
- Werkzeug fest gespannt und richtig herum montiert?
- Schalter funktioniert sauber und rastet nicht ungewollt ein?
- Lüftungsschlitze frei?
Warnzeichen ernst nehmen
Diese Anzeichen bedeuten: Gerät aus der Nutzung nehmen.
- Brandgeruch oder sichtbarer Rauch.
- Ungewöhnlich starke Funkenbildung am Motor – deutet auf verschlissene Kohlebürsten oder einen geschädigten Kollektor.
- Ungewohnte Geräusche: Schleifen, Kreischen, Klopfen. Meist ein Lagerschaden.
- Vibrationen, die vorher nicht da waren. Unwucht oder Lagerschaden.
- Das Gerät wird deutlich heißer als sonst.
- Der Schalter bleibt hängen oder das Gerät läuft nach dem Loslassen weiter. Ein defekter Schalter ist ein akutes Sicherheitsproblem.
- Das Gerät läuft an, ohne dass der Schalter betätigt wurde. Sofort ausstecken.
- Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung löst aus, wenn das Gerät eingesteckt wird. Das ist ein ernstes Zeichen – nicht einfach an einer anderen Steckdose probieren.
- Spürbares Kribbeln beim Anfassen. Sofort ausstecken, Gerät nicht mehr benutzen.
In all diesen Fällen: Gerät stromlos machen, kennzeichnen und in die Werkstatt bringen oder entsorgen. Nicht weiterbenutzen, auch nicht „noch für diesen einen Schnitt“.
Was du selbst machen kannst
- Reinigen – Gehäuse abwischen, Schlitze ausblasen, Späne entfernen.
- Kohlebürsten wechseln, wenn zugänglich. Siehe Verschleißteile wechseln.
- Verschleißteile tauschen – Blätter, Scheiben, Filter, Schleifteller, Staubschutzkappen.
- Bewegliche Teile gangbar halten – Grundplatten-Verstellungen, Parallelanschläge, Pendelschutzhauben. Dort gehört Trockenschmierstoff hin, kein Öl, das Staub bindet.
- Filter und Staubboxen leeren und reinigen.
- Einstellungen prüfen – Winkelanschläge, Tiefenanschläge, Parallelanschläge auf Genauigkeit kontrollieren und nachstellen.
Was in die Werkstatt gehört
- Austausch der Anschlussleitung
- Defekte Schalter
- Lagerschäden
- Alles, wofür das Gehäuse geöffnet werden muss und was nicht ausdrücklich als Anwenderarbeit beschrieben ist
- Geräte, bei denen die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung auslöst
- Jeder Verdacht auf einen Isolationsfehler
Ein Hinweis zur Wirtschaftlichkeit: Bei günstigen Geräten übersteigt eine Reparatur oft den Neupreis. Bei guten Maschinen lohnt sie sich fast immer – ein neues Lager oder ein neuer Schalter kostet einen Bruchteil des Geräts. Das ist einer der Gründe, warum sich Qualität bei viel genutzten Werkzeugen rechnet.
Geräteart für Geräteart
- Kreissägen: Grundplatte sauber halten und auf Leichtgängigkeit prüfen, Pendelschutzhaube vom Harz befreien, Spaltkeileinstellung kontrollieren.
- Stichsägen: Führungsrolle prüfen und gelegentlich einen Tropfen Öl geben, Spannmechanik reinigen.
- Schleifer: Schleifteller auf Verschleiß prüfen – ein ausgeleierter Klettteller hält das Papier nicht. Absaugkanäle freihalten.
- Bohrhämmer: Werkzeugaufnahme reinigen und die Einsteckenden der Bohrer vor dem Einsetzen leicht fetten. Staubschutzkappe bei Rissen ersetzen.
- Winkelschleifer: Schutzhaube auf festen Sitz prüfen, Spindelarretierung auf Leichtgängigkeit.
- Nass-Trockensauger: Filter regelmäßig ausklopfen oder waschen, Behälter leeren. Nach Nassaufnahme vollständig trocknen lassen, sonst schimmelt es im Behälter.
- Kompressoren: Kondenswasser aus dem Kessel ablassen – regelmäßig. Sonst rostet der Behälter von innen, und das ist bei einem Druckbehälter kein Schönheitsfehler.
- Benzingeräte: Luftfilter reinigen, Zündkerze prüfen, alten Kraftstoff vor der Winterpause ablassen.
Die Jahresdurchsicht

Einmal im Jahr, am besten vor der Hauptsaison:
- Jedes Gerät aus dem Koffer nehmen und in die Hand nehmen.
- Kabel über die ganze Länge durch die Finger ziehen und auf Beschädigungen prüfen.
- Lüftungsschlitze reinigen.
- Probelauf im Leerlauf – auf Geräusche, Vibration und Funkenbildung achten.
- Schutzeinrichtungen auf Funktion prüfen.
- Verschleißteile kontrollieren und Vorrat auffüllen.
- Einstellungen auf Genauigkeit prüfen.
- Akkus prüfen – siehe Akkus richtig lagern.
- Was defekt ist, sofort aussortieren oder zur Reparatur geben – nicht wieder in den Schrank legen.
Lagerung
- Trocken und temperaturstabil. Kondenswasser im Gerät ist ein Isolationsproblem.
- Im Koffer oder in der Systemkiste – Staubschutz und Stoßschutz zugleich.
- Kabel locker aufgerollt.
- Akkus separat und nicht im Gerät.
- Nicht in der ungeheizten Garage, wenn sich dort Kondenswasser bildet.
Typische Fehler
- Lüftungsschlitze nie gereinigt. Der häufigste Grund für durchgebrannte Motoren.
- Beschädigtes Kabel weiterbenutzt. Lebensgefährlich.
- Kabel eng um das Gerät gewickelt. Erzeugt die Bruchstelle.
- Kabeltrommel nicht abgerollt. Überhitzt unter Last.
- Warnzeichen ignoriert. Aus einem Lagerschaden wird ein Motorschaden.
- Mit Wasser gereinigt. Feuchtigkeit im Motor.
- Gerät in den Staub gelegt. Wird beim Start eingesaugt.
- Schutzeinrichtung abgebaut, weil sie stört. Nie eine gute Idee.
- Kondenswasser im Kompressor nie abgelassen. Der Kessel rostet von innen.
- Defektes Gerät zurück in den Schrank. Irgendwann greift jemand danach.
Fazit: Luft und Kabel
Halte die Lüftungsschlitze frei und sieh dir vor jedem Einsatz das Kabel an – damit deckst du die beiden häufigsten Ausfallursachen ab. Alles Weitere ist eine Jahresdurchsicht mit Pinsel und Auge.
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