Anleitung
Zaun montieren
Pfosten setzen, Fluchten einhalten und Felder sicher befestigen.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Ein Zaun ist eine der wenigen Gartenarbeiten, bei denen jeder Fehler auf voller Länge sichtbar bleibt. Ein Pfosten, der um zwei Grad kippt, fällt über 20 Meter sofort auf. Deshalb steckt die Arbeit nicht im Einhängen der Felder, sondern im Setzen der Pfosten.
Und einen Punkt solltest du vor dem ersten Spatenstich klären: wo genau die Grenze verläuft und was an dieser Stelle zulässig ist.
Vorher klären: Grenze und Recht
- Grenzverlauf feststellen. Die tatsächliche Grenze ist nicht unbedingt dort, wo die alte Hecke steht. Grenzsteine suchen oder den Lageplan heranziehen. Bei Unklarheit hilft das Katasteramt weiter – ein Zaun auf fremdem Grund muss weichen.
- Nachbarrecht ist Ländersache. Welche Höhe zulässig ist, ob der Zaun auf der Grenze oder mit Abstand stehen darf und wer die Kosten trägt, regeln Landesrecht und örtliche Satzungen unterschiedlich.
- Bebauungsplan und Gemeindesatzung können Material, Höhe und Ausführung von Einfriedungen vorgeben – besonders an der Straßenseite.
- Mit dem Nachbarn sprechen. Auch wenn es rechtlich nicht nötig wäre: Ein Zaun steht Jahrzehnte, und ein gemeinsam abgestimmter Verlauf erspart viel.
- Sichtbehinderung an Einfahrten beachten – an Kreuzungen und Grundstückszufahrten gibt es oft Höhenbegrenzungen.
Eine kurze Nachfrage bei der Gemeinde vor dem Bau ist der sichere Weg.
Zaunarten
- Doppelstabmattenzaun. Robust, langlebig, pflegeleicht, günstig im Verhältnis zur Haltbarkeit. Optisch nüchtern, dafür praktisch unverwüstlich. Lässt sich mit Sichtschutzstreifen nachrüsten.
- Holzzaun. Warme Optik, viele Varianten vom Staketenzaun bis zur geschlossenen Lamellenwand. Braucht Pflege und hat an den Pfostenfüßen eine Schwachstelle.
- Maschendrahtzaun. Die günstigste Variante, unauffällig und für Tierhaltung praktikabel. Braucht Spanndraht und ordentlich gesetzte Eckpfosten, sonst hängt er durch.
- Metallzaun mit Stäben. Langlebig und repräsentativ, entsprechend teurer.
- Kunststoff- und WPC-Elemente. Pflegeleicht, bei günstigen Produkten allerdings anfällig für Verzug und Ausbleichen.
Planung und Aufmaß
- Verlauf abstecken. An den Endpunkten und Ecken Pflöcke setzen und eine Schnur straff spannen. Diese Schnur ist die Referenz für alles Weitere.
- Gesamtlänge messen und durch die Feldbreite teilen. Fast nie geht das glatt auf.
- Passfeld einplanen. Ein gekürztes Feld gehört an eine unauffällige Stelle – an eine Ecke oder ans Ende, nicht in die Mitte der Straßenfront.
- Pfostenpositionen anzeichnen. Abstand von Pfostenmitte zu Pfostenmitte nach Herstellerangabe. Achtung: Bei vielen Systemen ist das Rastermaß nicht identisch mit der Mattenbreite.
- Tor mitplanen. Torpfosten brauchen ein größeres Fundament als normale Pfosten – das Torblatt hängt als Hebel daran. Die Öffnungsrichtung und der freie Schwenkbereich gehören jetzt geklärt.
- Leitungen prüfen. Vor dem Graben: Wo liegen Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen? Im Zweifel beim Versorger nachfragen.
Pfosten setzen

Es gibt zwei Wege, und sie sind nicht gleichwertig.
Einbetonieren
Die dauerhafte Lösung für alle tragenden und höheren Zäune, und die einzige sinnvolle für Torpfosten.
- Löcher ausheben, frostfrei tief. In Deutschland rechnet man dafür mit etwa 80 cm Gründungstiefe. Liegt das Fundament flacher, hebt der Frost den Pfosten im Winter an – und zwar nicht überall gleich stark. Ein Erdbohrer spart hier viel Arbeit.
- Lochdurchmesser etwa drei- bis viermal so groß wie der Pfosten.
- Sauberkeitsschicht. Einige Zentimeter Schotter am Grund, verdichtet. Sie lässt Wasser abfließen, statt es am Pfostenfuß zu sammeln.
- Erst die Endpfosten setzen. Die beiden äußersten Pfosten exakt lotrecht ausrichten, abstützen und einbetonieren. Zwischen ihnen wird dann eine Schnur gespannt – sie gibt Flucht und Höhe für alle übrigen vor.
- Zwischenpfosten nach Schnur setzen. Jeden einzeln in beide Richtungen mit der Wasserwaage prüfen und mit Latten abstützen, bis der Beton abgebunden hat.
- Beton einfüllen und verdichten. Luftblasen mit einer Latte ausstoßen.
- Oberkante abschrägen. Den Beton oben zum Pfosten hin leicht ansteigend abziehen, damit Wasser abläuft statt am Pfosten zu stehen. Kleiner Handgriff, große Wirkung gegen Korrosion und Fäulnis.
- Aushärten lassen, bevor Felder eingehängt werden – die Zeit steht auf der Betonpackung.
Einschlagbodenhülsen
Die schnelle Variante ohne Beton. Sinnvoll für leichte, niedrige Zäune und Provisorien.
Grenzen: Hülsen halten in lockerem oder steinigem Boden schlecht, sie werden bei Belastung mit der Zeit locker, und sie sind nicht frostfrei gegründet. Für einen dauerhaften Grundstückszaun und für alles Torartige sind sie die falsche Wahl.
Wer sie verwendet: mit Einschlagwerkzeug arbeiten, nie direkt auf den Hülsenrand schlagen, und während des Einschlagens ständig das Lot prüfen – eine schief eingeschlagene Hülse lässt sich nicht mehr korrigieren.
Holzpfosten
Holz gehört nicht in den Beton. Ein einbetonierter Holzpfosten steht dauerhaft im Feuchten und verrottet an der Übergangsstelle – meist nach wenigen Jahren, und zwar genau dort, wo man es nicht sieht.
Stattdessen: Pfostenträger oder H-Anker einbetonieren und den Holzpfosten daran befestigen, mit Abstand zum Beton. So bleibt das Holz trocken und ist später austauschbar.
Hanglage: Stufen oder Neigung

Bei Gefälle gibt es zwei Lösungen:
- Stufenweise versetzt. Die Pfosten stehen senkrecht, die Felder bleiben rechtwinklig und werden gegeneinander in der Höhe versetzt. Das ergibt eine Treppenoptik. Die übliche Lösung bei starren Elementen wie Doppelstabmatten. Wichtig: gleichmäßige Stufenhöhen, sonst wirkt es unruhig. Unter den Feldern entstehen dabei Spalte, die je nach Bedarf mit Randsteinen geschlossen werden.
- Der Neigung folgend. Die Felder werden schräg eingebaut und folgen dem Gelände. Braucht Systeme, die das zulassen – bei Holzzäunen und manchen Metallsystemen möglich, bei Standardmatten nicht.
Die Pfosten stehen in beiden Fällen lotrecht, nicht senkrecht zum Hang.
Felder montieren
- Erst nach vollständigem Aushärten des Betons.
- Höhe über Schnur halten. Eine durchgehende Schnur an der geplanten Oberkante, an der jedes Feld ausgerichtet wird.
- Bodenabstand gleichmäßig. Ein paar Zentimeter Luft unter dem Feld erleichtern das Mähen und halten das Material aus dem Feuchten. Bei Zäunen, die Tiere halten sollen, dagegen bodennah oder mit Untergrabschutz arbeiten.
- Schellen und Schrauben nur handfest bis fest anziehen – überdrehte Schrauben beschädigen die Beschichtung und sind die erste Roststelle.
- Beschädigte Beschichtung ausbessern. Jeder Kratzer im Pulverlack und jede Schnittkante an gekürzten Matten gehört mit Zinkspray oder Lack nachbehandelt. Das ist der häufigste Grund für Rostfahnen nach wenigen Jahren.
- Abdeckkappen aufsetzen. Offene Pfostenrohre sammeln Wasser.
Typische Fehler
- Grenze nicht geklärt. Der teuerste Fehler – ein Zaun auf fremdem Grund muss weg.
- Zu flach gegründet. Frost hebt die Pfosten ungleichmäßig an.
- Endpfosten nicht zuerst gesetzt. Ohne Referenzschnur wird die Flucht nie gerade.
- Holzpfosten einbetoniert. Verrottet an der Übergangsstelle.
- Beton oben waagerecht abgezogen. Wasser steht am Pfostenfuß.
- Rastermaß mit Feldbreite verwechselt. Am Ende passt das letzte Feld nicht.
- Felder vor dem Aushärten eingehängt. Die Pfosten verziehen sich.
- Schnittkanten nicht nachbehandelt. Rostfahnen an den gekürzten Matten.
- Torpfosten wie normale Pfosten gesetzt. Das Tor hängt nach einem Jahr schief.
Fazit: Zwei Endpfosten, eine Schnur, frostfrei gegründet
Wenn die beiden äußeren Pfosten exakt stehen und alles Weitere nach Schnur gesetzt wird, ist der Zaun gerade. Und wenn die Fundamente tief genug reichen, bleibt er es auch nach dem ersten Winter.
Wie du daraus einen Sichtschutz machst, steht in Sichtschutz planen.
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