Anleitung
Küchenarmatur montieren
Anschlüsse herstellen und Armatur sicher befestigen.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Eine Küchenarmatur zu tauschen ist eine Arbeit von etwa einer Stunde – wenn die richtige Armatur auf dem Tisch liegt. Und genau daran scheitert es überraschend oft: Nicht jede Armatur passt an jede Warmwasserversorgung, und wer das falsche Modell kauft, merkt es erst, wenn es montiert ist und das Wasser nicht warm wird oder der Speicher überläuft.
Deshalb steht dieser Punkt hier ganz vorn.
Zuerst klären: Niederdruck oder Hochdruck
Es gibt zwei völlig verschiedene Armaturenarten, und sie sind nicht gegeneinander austauschbar.

Hochdruckarmatur (Druckarmatur)
Der Normalfall, wenn das warme Wasser zentral kommt – von einer Therme, einem Durchlauferhitzer mit Druckanschluss oder einem zentralen Warmwasserspeicher für die ganze Wohnung.
Erkennungsmerkmal: zwei Anschlussschläuche, einer für kalt, einer für warm. Unter der Spüle sitzen zwei Eckventile.
Niederdruckarmatur
Nötig, wenn unter der Spüle ein offener (druckloser) Warmwasserspeicher hängt – ein kleiner Boiler, der nur die Küche versorgt.
Erkennungsmerkmal: drei Anschlüsse. Einer geht ans Kaltwasser-Eckventil, die beiden anderen zum Speicher – einer als Zulauf, einer als Auslauf. Unter der Spüle sitzt nur ein Eckventil.
Warum das nicht egal ist: Ein offener Speicher ist nicht für Leitungsdruck gebaut. Bei ihm steht die Armatur vor dem Speicher: Sie regelt den Zulauf, das erwärmte Wasser fließt drucklos wieder heraus. Montierst du dort eine Hochdruckarmatur, staut sich der Druck im Speicher – im besten Fall tropft es dauerhaft, im schlechteren beschädigst du das Gerät. Umgekehrt funktioniert eine Niederdruckarmatur an einem Druckanschluss schlicht nicht richtig.
So prüfst du es: Schau unter die Spüle. Siehst du einen kleinen Boiler mit zwei Schlauchanschlüssen nach oben und nur einem Eckventil an der Wand, brauchst du Niederdruck. Zwei Eckventile und kein Speicher heißt Hochdruck. Im Zweifel den Boiler ansehen – ob er offen oder geschlossen ist, steht auf dem Typenschild des Geräts.
Was die Armatur sonst können sollte
- Auslaufhöhe. Ein hoher Auslauf ist praktisch, um Töpfe und Vasen zu füllen. Aber: Steht die Spüle unter einem Fenster, muss die Armatur darunter durchschwenken oder sich umlegen lassen (Vorfenster-Armatur). Vorher messen.
- Schwenkbereich. Bei zwei Becken muss der Auslauf beide erreichen.
- Ausziehbrause. Der größte Komfortgewinn in der Küche – zum Ausspülen des Beckens und zum Befüllen von Gefäßen, die nicht unter den Auslauf passen. Braucht unter der Spüle Platz für das Gegengewicht und den Schlauch.
- Strahlart. Umschaltbar zwischen Perlstrahl und Brause ist praktisch, mehr Funktionen braucht es selten.
- Einhebel oder Zweigriff. Einhebelmischer sind bequemer und sparsamer, weil die Temperatur schneller sitzt.
- Anschluss für den Geschirrspüler. Manche Armaturen haben ein integriertes Geräteventil. Alternativ übernimmt das ein Eckventil mit zweitem Abgang.
Material und Werkzeug
Werkzeug: Steckschlüssel oder Armaturenschlüssel (ein normaler Maulschlüssel kommt unter der Spüle meist nicht an die Mutter), Wasserpumpenzange, Schraubendreher, Taschenlampe, Eimer und Lappen, altes Handtuch als Unterlage.
Material: neue Armatur mit Dichtungen und Befestigungsset, bei Bedarf neue Anschlussschläuche in passender Länge, gegebenenfalls neue Eckventile.
Ein Armaturenschlüssel ist die Investition wert, wenn du das öfter machst. Unter einer Spüle ist der Platz so eng, dass gewöhnliches Werkzeug schlicht nicht passt.
Alte Armatur ausbauen
- Eckventile schließen und den Hahn öffnen, bis nichts mehr läuft. Bei einem Niederdrucksystem zusätzlich den Speicher stromlos machen.
- Unterschrank ausräumen. Vollständig – du brauchst den Platz und willst nicht, dass Putzmittel nass werden.
- Handtuch und Eimer unterlegen. In den Schläuchen steht immer noch Wasser.
- Anschlussschläuche lösen. An den Eckventilen, mit Gegenhalten am Ventil – sonst drehst du das ganze Ventil aus der Wand.
- Befestigungsmutter lösen. Sitzt am Gewindeschaft unter dem Becken. Bei alten Armaturen oft festkorrodiert – Kriechöl hilft, Geduld auch.
- Armatur nach oben herausziehen und den Bereich rund um das Hahnloch gründlich reinigen. Alte Dichtungsreste und Kalk müssen weg, sonst sitzt die neue Dichtung nicht plan.
Montage

- Schläuche zuerst einschrauben. In die neue Armatur, solange sie noch auf dem Tisch liegt. Handfest plus eine knappe Vierteldrehung – die Dichtung sitzt im Anschluss, Gewalt beschädigt sie eher.
- Bei einer Ausziehbrause den Brauseschlauch durchführen und das Gegengewicht bereitlegen. Es wird erst nach dem Einbau montiert.
- Dichtung auflegen. Die Basisdichtung kommt zwischen Armaturenfuß und Spüle. Prüf, ob sie plan aufliegt.
- Armatur einsetzen. Schläuche von oben durch das Hahnloch führen, Armatur aufsetzen, nach vorn ausrichten.
- Von unten befestigen. Gegenhalter beziehungsweise Halbschalen aufschieben, Mutter aufdrehen. Vor dem endgültigen Festziehen noch einmal von oben die Ausrichtung prüfen – danach dreht sie sich beim Anziehen gern mit.
- Festziehen. Fest, aber nicht mit Gewalt. Bei Spülen aus Granitverbund oder Keramik ist Überdrehen gefährlich.
- Schläuche anschließen. Bei Hochdruck: warm nach links, kalt nach rechts. Bei Niederdruck: unbedingt die Zuordnung des Herstellers einhalten – welcher Schlauch zum Speicherzulauf und welcher zum Speicherauslauf gehört, ist nicht beliebig. Die Schläuche sind dafür meist markiert.
- Schläuche spannungsfrei verlegen. Keine engen Knicke, keine Zugbelastung. Ein geknickter Schlauch ist eine Sollbruchstelle.
- Gegengewicht der Ausziehbrause montieren und prüfen, dass der Schlauch beim Herausziehen frei läuft und beim Einfahren nicht an einem Schrankboden hängenbleibt.
In Betrieb nehmen und prüfen
- Perlator abschrauben. Beim ersten Durchlauf spült sich Schmutz aus der Leitung – der landet sonst im Sieb.
- Eckventile langsam öffnen. Nicht ruckartig.
- Bei Niederdruck: Zuerst den Speicher füllen lassen, bis am Auslauf gleichmäßig Wasser kommt. Erst danach den Strom einschalten. Ein leer betriebener Boiler nimmt Schaden.
- Kalt und warm laufen lassen, dabei alle Verschraubungen mit trockenem Papier abtupfen.
- Perlator wieder aufschrauben.
- Nach zwei Stunden nachkontrollieren. Langsame Undichtigkeiten zeigen sich nicht sofort.
Wichtig bei Niederdruck: Dass es nach dem Aufheizen am Auslauf tropft, ist bei offenen Speichern normal – das ist die Ausdehnung des erwärmten Wassers. Es tropft aus dem Auslauf, nicht aus einer Verbindung. Verwechsle das nicht mit einer Undichtigkeit.
Typische Fehler
- Falsche Armaturenart gekauft. Der mit Abstand häufigste Fehler beim Küchenarmaturen-Tausch.
- Beim Lösen am Eckventil nicht gegengehalten. Das Ventil dreht sich mit und reißt an der Wandverschraubung.
- Schläuche zu fest angezogen. Die Dichtung wird gequetscht und undicht.
- Schläuche geknickt verlegt. Reißen an der Knickstelle.
- Niederdruckschläuche vertauscht. Der Speicher funktioniert nicht richtig.
- Boiler eingeschaltet, bevor er gefüllt war. Beschädigt den Heizstab.
- Perlator beim ersten Durchlauf dringelassen. Er setzt sich mit Leitungsschmutz zu.
- Auslaufhöhe nicht gegen das Fenster geprüft. Das Fenster lässt sich danach nicht mehr öffnen.
Wenn es hinterher nicht stimmt
- Wenig Druck. Fast immer der zugesetzte Perlator. Abschrauben, ausspülen, wieder aufsetzen.
- Warm und kalt vertauscht. Schläuche an den Eckventilen tauschen.
- Tropft an einer Verschraubung. Erst minimal nachziehen. Bringt das nichts, Dichtung prüfen – oft ist sie verkantet.
- Die Armatur lässt sich verdrehen. Die Befestigungsmutter sitzt zu locker, oder die Halbschalen liegen nicht richtig.
- Die Ausziehbrause fährt nicht vollständig ein. Das Gegengewicht hängt zu hoch oder der Schlauch scheuert an einem Schrankboden.
Selbst machen oder Fachbetrieb
Der Armaturentausch an vorhandenen, funktionierenden Eckventilen ist eine typische Heimwerkerarbeit.
Zum Fachbetrieb gehören: defekte oder festsitzende Eckventile, die sich nicht mehr schließen lassen, Arbeiten an der Leitung selbst, der Wechsel des Warmwassersystems und alles, was elektrische Anschlüsse am Durchlauferhitzer oder Speicher betrifft.
Fazit: Die Entscheidung fällt vor dem Kauf
Schau unter die Spüle, bevor du bestellst. Ein Blick auf die Zahl der Eckventile und darauf, ob dort ein Speicher hängt, erspart dir den häufigsten Fehler bei dieser Arbeit. Der Rest ist Montage mit Gegenhalten und Geduld.
Wie der Ablauf darunter aussieht, steht in Siphon und Ablauf anschließen.
