Planung
Multimedia-Anschlüsse planen
Netzwerk, Antenne und Audio an den richtigen Stellen vorsehen.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Der Fernsehplatz ist die Stelle im Wohnzimmer, an der sich schlechte Planung am sichtbarsten rächt: ein Kabelbündel, das an der Wand herunterhängt, ein Sideboard, das zehn Zentimeter von der Wand abstehen muss, und eine Steckdosenleiste, die man von jedem Sofaplatz aus sieht.
Mit einer Stunde Planung vor dem Verputzen ist das dauerhaft erledigt. Dieser Artikel sagt, was dorthin gehört.
Was am Fernsehplatz gebraucht wird
Die Anschlüsse teilen sich auf zwei Positionen auf: hinter dem Fernseher und beim Sideboard darunter.
Hinter dem Fernseher
- Zwei Steckdosen. Fernseher und ein Zusatzgerät, etwa eine Soundleiste oder ein Streaming-Stick.
- Zwei Netzwerkdosen. Der Fernseher selbst und ein weiteres Gerät. Kabel ist hier deutlich stabiler als WLAN – Streaming in hoher Auflösung ist die typische Dauerlast im Heimnetz.
- Antennendose, wenn Kabel- oder Satellitenempfang genutzt wird.
- Ein Leerrohr nach unten zum Sideboard. Der wichtigste Punkt überhaupt.
Beim Sideboard
- Mehrere Steckdosen – Receiver, Konsole, Verstärker, Router, Ladegeräte. Vier sind selten zu viele.
- Zwei bis vier Netzwerkdosen.
- Antennendose, falls der Receiver dort steht.
- Der Übergang ins Leerrohr nach oben.
Die Leitungsführung

Das Leerrohr zwischen Fernseher und Sideboard ist die entscheidende Maßnahme.
- Großzügig dimensionieren. Durch ein enges Rohr passt kein Bildkabel mit Stecker – und genau das will man später durchziehen.
- Die Stecker bestimmen den Durchmesser. Ein Bildsignalkabel hat einen deutlich breiteren Stecker als das Kabel selbst. Miss das Rohr nach dem größten Stecker, den du je durchziehen willst.
- Beidseitig in einer Dose enden lassen, mit Abdeckung und Kabelauslass.
- Sanfte Bögen, keine scharfen Richtungswechsel – sonst geht später nichts durch.
- Zugdraht einziehen und drinlassen.
- Zweites Leerrohr in Reserve, wenn die Wand ohnehin offen ist.
- Strom- und Datenleitungen getrennt führen, siehe Kabel und Leitungen auswählen.
Die Position des Fernsehers
- Augenhöhe im Sitzen. Die Bildmitte sollte ungefähr dort liegen. Ein Fernseher über dem Kamin ist ein dauerhaftes Nackenproblem.
- Nicht gegen ein Fenster. Gegenlicht macht jedes Bild flau; auch die Spiegelung von Fenstern gegenüber beachten.
- Abstand zum Sitzplatz nach Bildgröße und Auflösung – bei hoher Auflösung darf man näher sitzen, als früher üblich war.
- Wandmontage braucht tragfähigen Untergrund. Bei Leichtbauwänden gehört die Befestigung geplant, siehe Dübel und Befestigung richtig wählen.
- Schwenkhalterung braucht Platz und Kabelreserve – das Kabel muss die Bewegung mitmachen, ohne zu spannen.
- Dosen nicht direkt hinter der Halterung platzieren, sondern seitlich versetzt. Sonst passt der Stecker nicht mehr, weil der Fernseher zu nah an der Wand sitzt.
- Flache Winkelstecker für Steckdosen hinter dem Gerät einplanen.
Ton

- Bei geplanter Mehrkanalanlage die Lautsprecherpositionen vorher festlegen und Leitungen dorthin verlegen.
- Rückwärtige Lautsprecher sind nachträglich der aufwendigste Teil – ein Leerrohr zur Rückwand spart später viel.
- Lautsprecherkabel ist Kleinspannung und darf nicht mit Netzleitungen im selben Rohr laufen.
- Querschnitt nach Länge wählen – bei langen Strecken lieber größer.
- Anschlussdosen für Lautsprecher statt Kabel aus der Wand hängen lassen.
- Hinter der Sockelleiste ist eine gute nachträgliche Führung, wenn keine Leerrohre vorhanden sind.
- Soundleiste braucht meist nur Strom und eine Verbindung zum Fernseher – deutlich einfacher als eine Mehrkanalanlage und für viele die bessere Wahl.
- Funklautsprecher brauchen trotzdem Strom an ihrer Position. Das wird regelmäßig vergessen.
Weitere Punkte im Raum
- Beamerposition: Wenn ein Projektor denkbar ist, gehören Strom und Netzwerk an die Deckenposition – nachträglich ist das ein Schlitz quer durch die Zimmerdecke.
- Leinwand braucht gegebenenfalls Strom für den Motor.
- Steckdosen am Sofa für Ladegeräte – häufig vergessen und täglich vermisst.
- Netzwerkdose am Arbeitsplatz im selben Raum.
- Beleuchtung abstimmen: indirektes Licht hinter dem Fernseher reduziert den Kontrastsprung und entspannt die Augen, siehe Akzentbeleuchtung einsetzen.
- Schaltbare Steckdose für die Medienecke, um Standby-Verbraucher zentral zu trennen.
Vor dem Verputzen markieren
- Fernsehergröße an der Wand anzeichnen – in echter Größe, mit Klebeband.
- Sitzposition einnehmen und die Höhe prüfen.
- Sideboardhöhe und -tiefe berücksichtigen, damit die Dosen nicht hinter dem Möbelrücken verschwinden.
- Dosenpositionen anzeichnen, seitlich versetzt zur Halterung.
- Einen Tag damit leben, bevor gefräst wird.
- Fotos der offenen Wand mit Maßband machen, bevor verputzt wird.
Nachträglich im Bestand
- Kabelkanal in Wandfarbe – unauffälliger, als man denkt, und in Minuten montiert.
- Flachbandkabel lassen sich überspachteln und überstreichen.
- Hinter der Sockelleiste entlang zur nächsten Dose.
- Durch die Wand in den Nebenraum, wenn dort ein Schrank steht.
- Kabelschlauch als schnelle Lösung, um ein Bündel zu ordnen.
- Bei Leichtbauwänden lässt sich im Hohlraum oft einfach von Dose zu Dose ziehen.
Typische Fehler
- Kein Leerrohr zwischen Fernseher und Sideboard.
- Leerrohr zu eng, Stecker passt nicht durch.
- Scharfe Bögen im Rohr.
- Dosen direkt hinter der Wandhalterung.
- Zu wenige Steckdosen am Sideboard.
- Keine Netzwerkdose am Fernsehplatz.
- Fernseher zu hoch montiert.
- Gegen ein Fenster ausgerichtet.
- Lautsprecherleitungen nicht mitverlegt.
- Kein Strom an der Funklautsprecher-Position.
- Beamerposition nicht vorbereitet.
- Keine Steckdose am Sofa.
- Wand ohne Foto verputzt.
Fazit: Ein großzügiges Leerrohr löst das meiste
Die eine Entscheidung, die den Unterschied macht, ist ein ausreichend weites Leerrohr zwischen Fernseherhöhe und Sideboard – bemessen nach dem breitesten Stecker, nicht nach dem Kabel. Setz die Dosen seitlich versetzt, plane Netzwerk statt WLAN, denk an Strom für Lautsprecher und Sofa und markiere alles in Originalgröße, bevor gefräst wird.
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