Inspiration
Stauraum in Nischen schaffen
Ungenutzte Flächen mit passenden Einbauten oder Modulen erschließen.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
In jeder Wohnung gibt es Flächen, an denen niemand vorbeigeht, auf denen nichts steht und die trotzdem bezahlte Quadratmeter sind. Sie sind unregelmäßig geformt, und deshalb passt kein Standardmöbel hinein.
Genau darin liegt die Chance: Wer diese Flächen erschließt, gewinnt Stauraum, ohne dass der Raum voller wirkt – weil der Stauraum in Bereichen entsteht, die ohnehin niemand nutzt.
Die Flächen finden
Geh einmal durch deine Wohnung und schau gezielt nach diesen Stellen:
- Nischen neben Schornsteinen und Vorsprüngen
- Der Bereich über Türen
- Die Wandfläche hinter einer aufschlagenden Tür
- Dachschrägen und der Winkel bis zur Kniestockwand
- Unter der Treppe
- Unter dem Bett
- Die schmale Wand neben dem Fenster
- Der Raum zwischen zwei Schränken
- Ecken, in denen zwei Möbel stumpf aneinanderstoßen
- Der Bereich über Hängeschränken
- Unter der Fensterbank
- Der Raum über der Waschmaschine
- Die Innenseiten von Schranktüren
Fotografiere jede Stelle und miss sie aus – Höhe, Breite, Tiefe, und bei Schrägen zusätzlich die Höhe an mehreren Punkten.
Wandnischen
Der dankbarste Fall: Eine Nische ist bereits ein Raum, sie muss nur ausgestattet werden.
- Einbauregal mit seitlich aufgeleimten Leisten. Die tragfähigste und einfachste Lösung: Auf beide Seitenwände werden Auflageleisten geschraubt, darauf liegen die Böden. Keine Seitenwände nötig, volle Nischenbreite nutzbar, und die Last geht direkt in die Wände.
- Bündig abschließen. Ein Einbau, der mit der Wandkante fluchtet, wirkt wie Architektur statt wie ein hineingestelltes Möbel.
- Nische ausmessen an mehreren Höhen. Sie ist selten überall gleich breit – mit dem kleinsten Maß arbeiten.
- Türen oder Vorhang davor, wenn es ruhiger wirken soll.
- In derselben Farbe wie die Wand streichen – dann tritt der Einbau zurück.
- Licht einplanen. Eine Nische ist dunkel; ein Lichtband macht sie zum Blickfang statt zum Loch.
Die Dachschräge

Der Bereich zwischen Boden und Schräge ist der am häufigsten verschenkte Stauraum in Dachgeschosswohnungen.
- Niedrige Rollschubkästen lassen sich in den flachsten Bereich einschieben und zum Beladen herausziehen. Die beste Lösung für den ganz niedrigen Winkel.
- Schränke mit schräger Oberkante nutzen den Bereich vollständig – als Maßanfertigung oder aus angepassten Standardkorpussen.
- Kleiderstange unter der Schräge im Bereich, wo die Höhe für kurze Kleidung reicht.
- Klappen in der Kniestockwand. Dahinter liegt oft ein kompletter Hohlraum – der Drempel. Eine eingebaute Klappe erschließt ihn. Vorher prüfen, ob dort Dämmung liegt und ob der Bereich trocken ist.
- Offene Regale in Stehhöhe, Geschlossenes darunter.
- Beim Ausmessen die Höhe an mehreren Punkten nehmen – die Schräge ist nicht immer gleichmäßig.
Unter der Treppe
Ein ganzer Raum, der meist als Abstellkammer endet, in der man nichts wiederfindet.
- Auszüge statt Schrank. Der Bereich ist tief und schmal – ein Schrank mit Tür macht die Hälfte unzugänglich. Auszüge, die nach vorn herauskommen, erschließen die ganze Tiefe.
- Stufenweise Einteilung. Vorn hoch, hinten niedrig – die Fächer der Höhe folgen lassen.
- Seitliche Klappen statt frontaler Türen, wenn der Zugang von der Seite besser ist.
- Der hinterste, niedrigste Bereich eignet sich für Saisonales, das selten gebraucht wird.
- Licht einbauen. Ohne Licht wird dieser Bereich zur Rumpelkammer.
Über und hinter Türen

- Über der Tür ist in jedem Raum ein Streifen von 30 bis 60 cm Höhe ungenutzt. Ein Brett oder ein flaches Regal passt dort hin – ideal für Bücher, Boxen und Saisonales.
- Tragfähig befestigen und nichts Schweres über einen Durchgang legen, wo Menschen darunter hergehen.
- Hinter der Tür: Die Wandfläche, auf die die Tür aufschlägt, ist für Möbel unbrauchbar – aber ein flaches Regal von wenigen Zentimetern Tiefe passt oft trotzdem. Prüf den tatsächlichen Öffnungsweg.
- An der Türinnenseite: Hakenleisten, Türorganizer, schmale Regale. Besonders wirksam an Schranktüren, Speisekammertüren und der Badtür.
- Türanschlag ändern ist manchmal die bessere Lösung – dadurch wird eine ganze Wand nutzbar.
Unter dem Bett
- Flache Rollboxen für Saisonkleidung und Bettwäsche – einer der größten zusammenhängenden Stauräume der Wohnung.
- Bett mit Bettkasten nutzt die volle Fläche, ist aber unbequemer zu beladen.
- Bett auf Podest mit integrierten Auszügen – aufwendig, aber bei kleinen Räumen ein Gewinn.
- Staubschutz. Offene Kisten unter dem Bett sammeln Staub – Boxen mit Deckel verwenden.
- Nicht alles zustellen. Ein wenig Luftzirkulation unter der Matratze ist sinnvoll.
Schmale Zwischenräume
Der Spalt zwischen Kühlschrank und Wand, zwischen zwei Schränken, neben der Waschmaschine:
- Rollwagen in Nischenbreite – es gibt sie ab wenigen Zentimetern Breite. Sie lassen sich herausziehen und sind vollständig zugänglich.
- Schmale Apothekerauszüge für Vorräte und Putzmittel.
- Hochkant lagern: Backbleche, Schneidebretter, Tabletts, Bügelbrett passen in sehr schmale Spalte, wenn sie senkrecht stehen.
- Erst ausmessen, dann kaufen. Diese Nischen sind selten Standardmaße.
Über Hängeschränken und auf Schränken
- Der Bereich zwischen Schrankoberkante und Decke ist perfekt für Archiv-Stauraum – selten Gebrauchtes, Saisonales, Leeres Gepäck.
- Einheitliche Boxen verwenden. Zehn gleiche Boxen wirken ruhig, zehn verschiedene Kartons chaotisch.
- Beschriften. Was man von unten nicht sieht, findet man sonst nie wieder.
- Nichts Schweres nach oben.
- Eine Leiter in Reichweite, sonst wird die Fläche nicht benutzt.
Maßanfertigung oder Selbstbau
- Selbstbau lohnt bei rechtwinkligen Nischen und einfachen Regalen. Zuschnitt gibt es im Baumarkt – siehe Regalsystem planen.
- Angepasste Standardmöbel sind der Mittelweg: ein Standardkorpus, der gekürzt oder mit einer Passleiste ergänzt wird.
- Schreiner bei komplizierten Schrägen, sichtbaren Fronten und hohen Ansprüchen. Teurer, aber bei einer Dachschräge über mehrere Meter oft die einzige saubere Lösung.
- In Mietwohnungen: Vor festen Einbauten die Zustimmung des Vermieters einholen und klären, ob rückgebaut werden muss. Nicht verschraubte Lösungen – Rollboxen, Regale, Klemmsysteme – umgehen das Problem.
Grundregeln für jeden Nischeneinbau
- An mehreren Punkten messen. Nischen sind selten rechtwinklig.
- Mit dem kleinsten Maß arbeiten und Spiel einplanen.
- Passleisten vorsehen, um Unregelmäßigkeiten abzudecken.
- Diagonalen prüfen bei rechtwinkligen Einbauten.
- Zugänglichkeit bedenken. Ein Stauraum, an den man schlecht herankommt, wird zur Müllhalde.
- Licht mitplanen bei tiefen und geschlossenen Bereichen.
- Belüftung bei Bereichen an Außenwänden und unter Dachschrägen.
- Beschriften, was nicht sichtbar ist.
Typische Fehler
- Nur an einer Stelle gemessen. Der Einbau passt nicht.
- Zu tiefer Einbau. Hinten verschwindet alles.
- Tür statt Auszug bei tiefen Bereichen. Die Hälfte bleibt unzugänglich.
- Kein Licht. Der Stauraum wird zur Rumpelkammer.
- Nicht beschriftet. Man weiß nach einem Jahr nicht mehr, was oben steht.
- Feuchtebereich nicht geprüft. Besonders im Drempel und an Außenwänden.
- Schweres über Durchgängen. Sicherheitsrisiko.
- Verschiedene Kartons statt einheitlicher Boxen. Optische Unruhe.
- In der Mietwohnung fest eingebaut, ohne die Rückbaufrage zu klären.
Fazit: Erst suchen, dann messen, dann bauen
Geh einmal bewusst durch die Wohnung und fotografiere jede ungenutzte Fläche. Du wirst überrascht sein, wie viele es sind – und die meisten lassen sich mit einem Brett, ein paar Leisten oder einer passenden Box erschließen.
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