Anleitung
Siphon und Ablauf anschließen
Ablaufteile korrekt zusammensetzen und Undichtigkeiten vermeiden.
Bildhinweis: Die Abbildungen in diesem Ratgeber wurden mit KI erstellt und dienen der Veranschaulichung.
Der Siphon ist eines der letzten Bauteile im Haus, das man vollständig verstehen kann, indem man es sich ansieht: ein gebogenes Rohr, in dem Wasser stehen bleibt. Dieses stehende Wasser ist der ganze Trick – es verschließt die Leitung und hält Kanalgeruch aus dem Raum.
Trotzdem ist der Siphon die Stelle, an der es in Küche und Bad am häufigsten tropft. Fast immer aus denselben drei Gründen: falsch eingelegte Dichtung, zu fest angezogen, oder unter Spannung montiert.
Wie ein Geruchsverschluss funktioniert
Nach jedem Ablauf bleibt in der Biegung beziehungsweise im Topf des Siphons Wasser stehen. Diese Wassersäule trennt den Raum von der Abwasserleitung. Verschwindet sie, kommt der Geruch.

Das erklärt auch die beiden häufigsten Geruchsprobleme:
- Ein selten benutzter Ablauf riecht. Das Wasser ist verdunstet. Lösung: einmal Wasser nachlaufen lassen. Bei Abläufen, die monatelang nicht benutzt werden, hilft ein Schuss Speiseöl obendrauf – es verdunstet langsamer und hält die Sperre länger.
- Es riecht trotz Wasser. Dann sitzt die Ablagerung im Siphon selbst oder die Sperre wird abgesaugt, weil die Leitung schlecht belüftet ist. Ersteres löst eine Reinigung, Letzteres gehört in Fachhände.
Die Bauarten
- Flaschensiphon. Der Standard unter Waschbecken und Spülen. Der untere Topf lässt sich abschrauben – dadurch kommt man zum Reinigen heran, ohne alles zu demontieren. Das ist der praktische Vorteil und der Grund, warum er so verbreitet ist.
- Röhrensiphon (P- oder S-Form). Ein gebogenes Rohr. Einfacher aufgebaut, aber zum Reinigen muss er ganz ab.
- Raumsparsiphon. Flach gebaut, damit unter dem Becken Platz für einen Auszug oder eine Abfalltrennung bleibt. Die Lösung, wenn ein tiefes Spülbecken den normalen Siphon nicht mehr zulässt.
- Siphon mit Geräteanschluss. Hat einen oder zwei seitliche Stutzen für Geschirrspüler und Waschmaschine.
- Doppelsiphon. Für Spülen mit zwei Becken – beide Abläufe gehen in einen gemeinsamen Geruchsverschluss.
Material ist fast immer Kunststoff. Verchromte Metallsiphons gibt es dort, wo der Siphon sichtbar bleibt – etwa unter einem Waschtisch ohne Unterschrank. Sie sind teurer und empfindlicher gegen Verkanten.
Vor dem Kauf prüfen
- Anschlussdurchmesser oben. Er muss zum Ablaufventil des Beckens passen.
- Anschlussdurchmesser zur Wand. Passend zur vorhandenen Wandmuffe.
- Bauhöhe. Passt der Siphon unter das Becken – gerade bei tiefen Spülbecken und bei Waschtischen mit Unterschrank ein realer Engpass.
- Geräteanschlüsse. Brauchst du einen, zwei oder keinen?
- Höhe des Wandanschlusses. Liegt er sehr hoch oder sehr tief, brauchst du ein verstellbares Modell oder ein Verlängerungsstück.
Werkzeug
Erstaunlich wenig: Eimer, altes Handtuch, Taschenlampe, eventuell eine Rohrzange für festsitzende alte Verbindungen. Für die Montage selbst brauchst du im Regelfall gar kein Werkzeug – Kunststoffverschraubungen werden von Hand angezogen.
Alten Siphon ausbauen
- Eimer unterstellen. Im Siphon steht immer Wasser, und es ist nicht das sauberste.
- Überwurfmuttern lösen – oben am Ablaufventil, unten beziehungsweise seitlich am Wandanschluss.
- Siphon abnehmen und über dem Eimer ausleeren.
- Wandmuffe prüfen. Ist sie ausgebrochen oder locker, muss sie erneuert werden, bevor irgendetwas Neues drankommt.
- Alle Dichtungen mitwechseln. Sie kosten wenig, und alte Dichtungen sind der häufigste Grund für Tropfstellen nach einer Montage.
Montage Schritt für Schritt

- Teile trocken zusammenstecken. Erst ohne Festziehen prüfen, ob alles passt und ob Rohre gekürzt werden müssen.
- Kürzen, wenn nötig. Mit einer feinen Säge, danach die Schnittkante entgraten. Ein Grat zerschneidet die Dichtung.
- Dichtungen richtig herum einlegen. Konische Dichtungen werden mit der spitzen Seite zur Verbindungsstelle hin aufgeschoben. Falsch herum eingelegt tropft die Verbindung zuverlässig – das ist der Klassiker schlechthin.
- Reihenfolge beachten: erst Überwurfmutter auf das Rohr schieben, dann die Dichtung, dann zusammenstecken. Wer die Mutter vergisst, baut zweimal.
- Von Hand anziehen. Kunststoff-Überwurfmuttern werden handfest angezogen, mehr nicht. Eine Zange verformt das Gewinde und macht die Verbindung undichter, nicht dichter. Nur wenn es nach der Prüfung tropft, ganz vorsichtig ein Stück nachziehen.
- Spannungsfrei ausrichten. Nichts darf unter Zug oder Druck stehen. Ein Siphon, der leicht verkantet montiert ist, wandert über Monate aus der Dichtung – das ist der Grund, warum eine Verbindung nach einem halben Jahr plötzlich tropft.
- Wandanschluss tief genug einstecken. Das Anschlussrohr muss ausreichend weit in der Muffe sitzen, sonst läuft es bei vollem Durchfluss über.
- Gefälle prüfen. Der waagerechte Teil zur Wand muss leicht nach unten führen. Kein Gegengefälle – dort setzt sich alles ab.
Geräte richtig anschließen
Geschirrspüler und Waschmaschine kommen an den seitlichen Stutzen des Siphons. Dabei gibt es zwei Punkte, an denen es regelmäßig schiefgeht:
- Der Verschlussstopfen im Stutzen muss raus. Neue Siphons haben im Geräteanschluss eine dünne Membran oder einen Stopfen, der erst durchstoßen beziehungsweise entfernt werden muss. Wird er vergessen, pumpt das Gerät nicht ab – und der Fehler wird zuerst beim Gerät gesucht.
- Der Ablaufschlauch braucht eine hohe Schlaufe. Er muss zuerst nach oben geführt und dort befestigt werden, bevor er zum Siphon geht. Ohne diesen Bogen kann Wasser aus der Spüle in das Gerät zurücklaufen. Die nötige Höhe steht in der Anleitung des Geräts.
- Schlauchschelle nicht vergessen. Ein Ablaufschlauch, der sich beim Abpumpen löst, entleert das Gerät in den Unterschrank.
Dichtheit prüfen
Nicht nur den Hahn kurz aufdrehen – der Volllauf ist die eigentliche Prüfung:
- Becken bis knapp unter den Überlauf füllen.
- Stopfen ziehen, die volle Menge auf einmal ablaufen lassen.
- Dabei und danach jede Verbindung mit trockenem Papier abtupfen.
- Den Überlauf gesondert prüfen.
- Bei angeschlossenen Geräten einen kompletten Durchlauf laufen lassen und dabei beobachten.
- Nach zwei Stunden noch einmal nachsehen.
Papier statt Finger: Ein feiner Film ist mit der Hand kaum zu spüren, auf trockenem Papier sofort zu sehen.
Reinigen statt chemisch lösen
Ein langsam ablaufendes Becken ist fast immer ein zugesetzter Siphon – Fett in der Küche, Haare und Seifenreste im Bad.
- Eimer unterstellen.
- Beim Flaschensiphon den unteren Topf abschrauben, sonst den ganzen Siphon abnehmen.
- Ausleeren, mechanisch reinigen – eine Flaschenbürste reicht.
- Dichtungen kontrollieren und im Zweifel ersetzen.
- Zusammenbauen, handfest anziehen, Volllauf prüfen.
Das dauert zehn Minuten und ist der chemischen Variante deutlich überlegen. Abflussreiniger lösen die Verstopfung oft nur oberflächlich, greifen Dichtungen an und sind ein Problem, wenn das Rohr dann doch geöffnet werden muss – dann steht dort aggressive Lauge.
Typische Fehler
- Konische Dichtung falsch herum. Tropft langsam und unauffällig.
- Mit der Zange angezogen. Verformt das Gewinde, macht es schlimmer.
- Unter Spannung montiert. Die Verbindung hält ein paar Monate und wird dann undicht.
- Wandanschluss zu kurz eingesteckt. Läuft bei vollem Durchfluss über.
- Gegengefälle im waagerechten Teil. Setzt sich zuverlässig zu.
- Geräteanschluss nicht geöffnet. Das Gerät pumpt nicht ab.
- Keine Schlaufe im Geräteschlauch. Wasser läuft zurück ins Gerät.
- Überwurfmutter vergessen aufzuschieben. Alles noch einmal auseinander.
Wenn es weiter tropft
- Tropfen an einer Überwurfmutter: öffnen, Dichtungslage und -richtung kontrollieren, Sitzfläche säubern, neu ansetzen. Nicht einfach fester ziehen.
- Tropfen am Ablaufventil im Becken: Das ist nicht der Siphon. Die Dichtung zwischen Ventil und Keramik sitzt nicht richtig.
- Feuchtigkeit ohne erkennbare Tropfstelle: Oft Kondenswasser am kalten Rohr, besonders im Sommer. Trockenes Papier über Nacht darunterlegen zeigt, wo es tatsächlich herkommt.
- Nach jedem Geschirrspülerlauf nass: Die Schlauchschelle am Geräteanschluss sitzt zu locker.
Fazit: Handfest, gerade, richtig herum
Drei Regeln reichen für eine dichte Ablaufverbindung: konische Dichtung mit der Spitze zur Verbindung, nur von Hand anziehen, und nichts unter Spannung montieren. Wer sich daran hält, hat unter dem Becken jahrelang Ruhe.
